Hausputz mit Katja

Keine Sorge. Es geht nur am Rande um Ohrenschmalz. Versprochen.

MitmachBlog

Ich hatte die Tage Probleme mit meinen Ohren, wohl weil ich immer mit Ohropax schlafe und das auf Dauer anscheinend zu Verstopfungen führen kann. Der Ohren natürlich. Nun ist meiner Meinung nach eine dauerhafte Dämpfung der Umgebungsgeräusche eigentlich kein Fluch, sondern in meinem Fall – ich sitze auf Arbeit in einem Kindergarten für Erwachsene – bisweilen ein Segen. Aber die Verstopfung führt nicht dazu, dass ich schlechter höre, sondern dass ich MEHR höre. Und zwar ein Rauschen und Knacken. Ganz so, wie ich es bei Neben- und Stirnhöhlenentzündungen ein paar Mal im Jahr ertragen muss.

Als erfahrene Hausmittel-Googlerin und Arzt-erst-bei-abgehacktem-Gliedmaß-Aufsucherin habe ich mich natürlich sofort schlau gemacht, was der durchschnittliche Internet-User mir da raten kann. Wer braucht schon Halbgötter in Weiß, wenn er eine Horde dümpelnder Dumpfbacken fragen kann?
Und, was soll ich sagen, von Ohrenkerzen über Olivenöl und konventionelle Apothekenprodukte war da alles dabei. Inklusive wertvoller Erfahrungen (Kerze hat Haare…

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Nebenwirkungen

Im Grunde ist es für Jubel-Arien noch zu früh, auch wenn mir die Waage gestern morgen nach 37 Tagen endlich wieder Freude bereitet hat. Ich wiege endlich, endlich unter 75 kg!*

Ich bin im wahrsten Sinne erleichtert. Allerdings weiß ich auch, dass der Verlust überwiegend darauf zurückzuführen ist, dass ich irgendetwas ausgebrütet habe und die letzten beiden Tagen keinen Sport machen konnte. Dazu kommt, dass ich zwei Nächte in einem See aus Schweiß aufgewacht bin (ja, eklig). Also habe ich die Abnahme wahrscheinlich einem massiven Flüssigkeitsverlust zu verdanken, raus aus den Muskeln rein in die Schweißdrüsen und ab dafür! Schlecht für die Muskeln, schlecht für meine Bettwäsche. Schlecht für mein Wohlbefinden. Naja. Who cares. Ich wiege unter 75 kg!

Ich befürchte aber auch, dass der Gewichtsverlust – oder vielmehr die Stagnation damit zusammenhingen, dass ich plötzlich Regelblutungen bekommen habe. Das ist deshalb ungewöhnlich, weil ich seit fast 10 Jahren keine Periode mehr hatte. Ich dachte, das läge an der (Gestagen)Pille, die ich nehme. Die hat nämlich als Nebenwirkung das Ausbleiben der Regel. Als UNERWÜNSCHTE Nebenwirkung. Wer hat das denn bitte schön so formuliert? Ich habe diese Pille WEGEN dieser UNERWÜNSCHTEN Nebenwirkung genommen. Was schöneres kann frau sich doch gar nicht vorstellen! KEINE PERIODE!

Nun hatte ich vor einiger Zeit schon mal Blutungen und war deshalb beim Frauenarzt. Der hat mich beruhigt und mir erklärt, dass die Rückkehr einer Periode möglich ist, denn

a. das Ausbleiben ist ja eigentlich eine UNERWÜNSCHTE Nebenwirkung (ich komme da nur schwer drüber weg, merkt man vielleicht)
b. die Gestagenpille wird gerne an (deutlich) übergewichtige Frauen verschrieben (so wie ich die letzten 10 Jahre)
c. bei denen ein reguläres Ausbleiben der Periode aufgrund des (massiven) Übergewichts nicht ganz ungewöhnlich ist (wie bei untergewichtigen Frauen übrigens auch)

Meine Freude hielt sich etwas in Grenzen und ich habe weiterhin gehofft, dass ich zu den laut Packungsbeilage „häufigen Fällen (weniger 1 von 10)“ gehöre, bei denen es zur UNERWÜNSCHTEN Nebenwirkung kommen kann.

Nun. Wohl. Nicht.

Gut, nicht alles in Punkto Abnahme ist gold. Da ist z.B. auch mein Blutdruck, der sehr niedrig ist. Und die letzten Tage noch niedriger war wegen der Regelblutung. Oder meine immer noch nicht gute Körperwahrnehmung bzw. -akzeptanz.

Heute morgen stand ich mehrmals mit verschiedenen Outfits vor dem Spiegel, u.a. in zwei kurzen Kleidern mit hohen Stiefeln und ich sah toll aus! Ich empfinde mein Spiegelbild als schlank. Aber mich nicht! Mein Spiegelbild gefällt mir! Aber ich mir noch nicht! Das ist doch absurd!
Und so habe ich mich einfach nicht getraut, mit dieser Körper betonenden Kleidung aus dem Haus zu gehen. Was habe ich also angezogen? Den schlabberigsten und unförmigsten Pulli, den ich überhaupt noch habe. Das meiste „große“ ist eigentlich schon aussortiert.

Anderes ist aber doch gut! Da ist z.B. meine Nichte, 8 Jahre alt, die mich letzte Woche, als ich meine Schwester besuchte, erst einmal gar nicht erkannt hat. „Tante, du hast ja total abgenommen!“ Oder meine Nachbarin, über 70, die mir auf der Straße begegnete und meinte: „Jetzt erkennt man Sie ja gar nicht mehr!“

Oder Jillian mit ihrem Powerprogramm!

Denn mit einem Mal fühle ich Muskeln in den Oberschenkeln und im Po beim treppab steigen! Muskeln! Es ist verrückt! Ich habe ein lange nicht gekanntes Gefühl der Körperstärke.

Demnächst hebe ich dann die Welt aus den Angeln!

*74,3 kg!

Das dümmste Märchen

Ach wie gut, dass niemand weiß, dass – nanu, was soll der Schei*? Rumpelstilzchen ist voll Gier, braut nicht mehr sein gutes Bier. Ein Kind will er doch endlich haben, warum nur? Fragen über Fragen… Und die Moral von der Geschicht – lies sie. Oder lies sie nicht.

MitmachBlog

Als Kind mochte ich Grimms Märchen sehr und ich lese sie auch heute noch gerne. Auch deshalb, weil mich Märchen – und übrigens auch Religionen im Zusammenhang mit der Thematik des Urwissens und des Archetypus besonders interessieren. Es gibt nämlich Märchen, die reichen bis zu den Anfängen der Zivilisation zurück, z.B. Rotkäppchen, und solche Kulturrelikte finde ich äußerst spannend.

Es gibt aber leider, da muss man ehrlich sein, haufenweise absolut dumme Märchen und es gibt Kinder, die diese Märchen zu Recht hinterfragen. Ich gehörte zur „Freude“ meiner Eltern zu diesen Kindern. Bei einem besonders blöden Märchen, dem Rumpelstilzchen, hörten diese Fragen gar nicht auf und beschäftigen mich bis heute. In diesem Märchen handeln nämlich alle Protagonisten absolut idiotisch. Die Lehre, die man aus dieser Geschichte ziehen soll/kann, erschließt sich daher nicht sofort:

  • Warum prahlt ein armer Müller mit so einer hanebüchenen Geschichte (Tochter kann Stroh zu Gold spinnen) vor dem König?…

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Liebeserklärung

Ich bin zurück von meinem Trip in den Süden und ich bin wirklich, wirklich froh, wieder in Hamburg zu sein. Nicht, weil es in Mannheim, Heidelberg und Darmstadt so doof war -ganz im Gegenteil, es war wunderbar warm und ich war mit allen meinen Anliegen erfolgreich. Aber zuhause fühle ich mich mittlerweile einfach hier im Norden. Das ist absurd. Denn ich bin ein Südkind. Und ich leide auch nach fast neun Jahren Akklimation immer noch unter der Kälte, dem Wind und der Tatsache, dass es in Hamburg einfach keinen richtigen Sommer gibt.

Beim Stöbern in meinem alten Blog (ich suchte aus Gründen nach Rumpelstilzchen) bin ich auf einen alten Beitrag gestoßen, den ich nie veröffentlicht habe. Als ich ihn heute las, wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr ich meine (nun nicht mehr so ganz) neue Heimat ins Herz geschlossen hatte. Und zwar vergleichbar schnell wie meinen Ehemann. Der Norden hat eben doch seinen Charme.

Willkommen bei den S-Tis (aus 2009)

Einem Menschen, der in Bayern, Franken, Schwaben, vielleicht noch Baden oder in der Pfalz aufgewachsen ist, erscheint es ganz und gar unmöglich, ja völlig ausgeschlossen, dass man im Norden der Republik leben kann. Zwar weiß man, dass es dort auch Menschen geben soll, raue Nordmenschen, die vermutlich in kleinen reetbedeckten Hütten hausen, rohen Fisch essen und deren größte technische Errungenschaft der Donnerbalken aus Nordmanntannenholz ist.

Unglücklich stellt man sie sich vor. Traurige plattdeutsche Lieder singend, während sie Krabben puhlen, dünnes Bier trinken und in den Regen hinausblicken. Dann hat man ein wenig Mitleid, gerade wenn man selbst unter blau-weißem Himmel über saftige Alpwiesen schlendert und sich in der Sennhütte mit einem kräftigen Schluck dunklen Bieres stärkt.

Gut, irgendwie ist einem schon bewußt, dass es im norddeutschen Raum auch so etwas wie Menschenkonglomerate gibt, die sich Städte oder gar Hansestädte nennen. Grau und schmutzig müssen die wohl sein und einen herben 60er-Jahre Charme ausstrahlen.

Und dann die Sprache! Wie soll man sich denn als Süddeutscher mit den Nordmännern verständigen? Wissen die denn auch, was ein Hitzgickerl ist? Verstehen die, was gemeint ist, wenn man jemanden ein Gscheidhaferl nennt? Wird man womöglich ins Moor geworfen, wenn man als anständiger Taufkatholik ein fröhliches „Grüss Gott“ in die Runde wirft? Sicherlich, auch das Nordvolk glaubt teilweise an einen Gott, aber doch an den falschen!!!

Aber schon schweifen die Gedanken wieder ab, während man sich das Dirndl zurechtzupft und versonnen in die Weißwurst beißt. Ach, der Norden ist weit weg, denkt man dann, lehnt sich zurück und lässt sich die warme Sonne ins Gesicht scheinen.

Und dann passiert es.

Man verliebt sich in einen wunderbaren Menschen und es stellt sich heraus, er lebt im Norden, schlimmer noch, er ist dort sogar geboren und aufgewachsen! Was nun? Mit der Muttermilch hat man christliche Werte eingesogen, die es einem verbieten, Menschen aufgrund der Herkunft abzulehnen. Liebe deinen Nächsten usw.

Überrascht stellt man fest, dass dieser Nordmensch gar nicht der melancholische Krabbenpuhler ist, den man sich vorgestellt hat, sondern ein gut gelaunter, fröhlicher Mensch, der seine Heimatstadt Hamburg über alles liebt und hoch preist. Jetzt ist man verwirrt. Lobpreisungen auf die Heimat, Lokalpatriotismus, das ist doch eine süddeutsche Eigenart! Und selbstverständlich mit Recht! Unvorstellbar, dass ein Norddeutscher… und dann noch stolz! Ja, wie geht das denn? Und vorallem: WARUM?

Schließlich wagt man das Undenkbare! Man plant eine Reise ins unbekannte Land! Entsetzte Blicke der bayrischen Artgenossen. „Zu den Norddeutschen? Bist Du wirklich sicher? Geht’s Dir nicht gut? Schau, wir können über alles reden. Du musst nicht diesen radikalen Schritt gehen! Es gibt immer einen Ausweg!“
Verschämt nagt man an seiner Brezn und überdenkt die vielfältigen Einwände.  Aber die Liebe! Das ist mehr als ein Gschpusi! Man hat Gefühle, man möchte zu dem Menschen, den man liebt. Selbst wenn man sich durch flaches, windiges Land kämpfen muss, während einem der Regen ins Gesicht peitscht!

Und dann ist man plötzlich da. Man steht in der großen norddeutschen Stadt und wundert sich. Die Menschen weinen nicht etwa den ganzen Tag, sie laufen auch meistens gerade, sie lächeln und es gibt Nicht-Blonde! Wenn sie von ihrer Heimat sprechen, recken sie das Kinn hoch, manchmal haben sie sogar feuchte Augen. Mit einem Strahlen im Gesicht erklären sie, wie wunderbar Hamburg sei.

An den Häusern wehen rote Flaggen mit einer weißen Burg. Junge Menschen laufen mit Taschen durch die Gegend, die den Stadtnamen tragen. Es gibt Hamburg-Kleidung und -Schmuck. Erstaunt ist man darüber. Und dann ist da noch ein merkwürdiges Gefühl:

Irgendwie fühlt man sich zuhause…