…und wieder dick!

Ich fühlte mich jedenfalls wieder dick – richtig dick – als ich zum Jahresbeginn wieder arbeiten ging. Dick ist aber auch irgendwie relativ. Tatsächlich zugenommen habe ich „nur“ 8 Kilo und 5 sind schon wieder weg. Ich habe mich aber gefühlt, als wöge ich wieder 100 kg.

Dem Noro-Virus, der mich freundlicherweise zu Heilig Abend besucht hat, verdanke ich übrigens die wirklich interessante Erkenntnis, wie viel „bewegliche“ Masse sich so in meinem Körper aufhält. Es sind ziemlich exakt 4 Kilo. Dann ist aber wirklich nichts mehr drin, also auch gefühlt keine Galle, keine Magensäure und besonders kein Wasser (außer vielleicht in den Fettzellen, die lieben Wasser und behalten das lange für sich).

Und wieder stellte sich mir so ziemlich die gleiche Frage wie im letzten Jahr nach der Weihnachtseskalation, wie es soweit kommen konnte. Tatsächlich hielt sich dieses Jahr der Back-Wahn in Grenzen (ich habe aber dennoch viel, viel Süßkram gegessen und vor allem Alkohol getrunken). Die Zunahme ist also nicht so ganz unerklärlich.

Darüber hinaus habe ich mich aber auch mal ganz grundsätzlich mit der Frage auseinander gesetzt, warum ich eigentlich irgendwann vor ein paar Jahren so dick und jetzt wieder ein bisschen dick geworden bin. Falls ihr mit Übergewicht kämpft, vielleicht fragt ihr euch das auch. Und vielleicht findet ihr im Folgenden ein paar Antworten oder Denkanstöße.

Ich muss nur ein klein bisschen ausholen…

Im Mai 2016 beschloss ich abzunehmen. Ich wog ca. 120 kg und hatte eine typische Diät-Historie. Da ich „wusste“, dass mir keine Diät helfen konnte, versuchte ich es in meiner Verzweiflung mit achtsamen Essen, stieß aber bald (zum Glück) auf das Buch Fettlogik überwinden. Da machte es klick und ich nahm 45 kg ab (Fettlogik also erfolgreich überwunden).

Das hat deshalb funktioniert, weil die Basis des Buchs (kein Abnehmbuch übrigens) lautet: Weniger Kalorieninput als Kalorienoutput. Kurz: Iss weniger als du verbrauchst. Dieser Grundsatz ist auch heute noch mein Leitsatz und hat mir geholfen, mein Gewicht einigermaßen stabil zu halten.

Damals aß ich sehr viel Protein und wenig Kohlenhydrate. Ohne es zu wissen, ernährte ich mich Low Carb (mit entsprechenden Auswirkungen). Ab ca. 100 kg begann ich mit Sport.

Nach der Fresskalation Weihnachten 2017 und Frühjahr 2018 setzte ich das letzte Jahr unter das Motto „ich will (noch) sportlicher werden“ – und das hat sehr gut funktioniert. Ich bin sehr sportlich geworden. Nicht nur dass man ordentlich Muskeln sehen konnte, auch mein Ruhepuls sank von ca. 65 (75 bei 100 kg) auf 50. Insgesamt habe ich mich sehr fit gefühlt. Der Sport brachte mich dazu, meine Ernährung intensiv aus dieser Perspektive zu beleuchten und so setzte ich mich mit vielen entsprechenden Fachbüchern auseinander. Der Fokus lag in der Summe dann ganz klar (wieder) auf einer hohen Proteinzufuhr, in Phasen auch ordentlich Kohlenhydrate. Das ganze bei einem kleinen oder gar keinem Kaloriendefizit.

Die Proteinzufuhr auf dem hohen Level zu halten, war für mich nicht mehr ganz so einfach, als ich im Mai aufhörte, Fleisch zu essen. Ich aß noch eine Weile Fisch, ab August ernährte ich mich dann rein vegetarisch (ovo-lacto-vegetabil, also mit Ei und Milch).

Ein Schlüsselmoment in der Ernährung war der Erwerb dieses Buchs. (Es sieht jetzt übrigens nicht mehr so schön aus, weil ich es ständig benutze.) Slow Carb, wieder so eine Modesache dachte ich. Slow Carb bedeutet aber eigentlich nur, hochwertige Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Hochwertig – das habe ich anhand des Buches herausgefunden, sind besonders die Kohlenhydrate, die mit vielen Ballaststoffen zusammen in Nahrungsmitteln vorkommen und daher ziemlich langsam verdaut werden.

Also achtete ich mal so nebenbei auf meine Ballaststoffzufuhr. In den Proteinzeiten aß ich vielleicht 10g am Tag – wenn es gut lief! Mindestens 30g ist die Empfehlung der DGE. In der Phase der Beobachtung schaffte ich so an die 25g, ab und an auch 30g,  und es passierte etwas total komisches!

Ich nahm dadurch nicht ab oder zu. Ich musste öfter aufs Klo, aber für mich ziemlich unvorhersehbar war, dass ich mich – glücklicher fühlte. Glücklich sein ist nun so gar nicht messbar, aber für mich war es eine (subjektiv) signifikante Auffälligkeit. Ich hatte gute Laune! Ich fühlte mich stark!

Und das, obwohl bereits ab August absehbar war, dass das Jahr 2018 beruflich noch mal eine Schippe drauf legte. Mir kündigten zwei super Fachkräfte, die ich ersetzen musste – darüber hinaus musste ich zwei neue professorable Kräfte einstellen – ich habe gefühlt nur Bewerbungsgespräche geführt. Gleichzeitig musste ich schon ein neues Mietobjekt für unsere Akademie suchen (in Hamburg kein Spaß). Urlaub habe ich das zweite Jahr in Folge gecancelt. Die Verantwortung für gut 300 Menschen zu haben, macht eben nicht nur Freude.

Aber das konnte mir irgendwie nichts anhaben. Ich fühlte mich super. Mit der Geschäftsleitung vereinbarte ich sogar eine Gehaltserhöhung – übrigens auch mit der Ansage, dass ich, in Anbetracht der Umstände seit 2014, als ich die Standortleitung übernommen habe, ein ziemlich resilienter Mensch sei. Und das stimmt. Ich bin resilient. Und im Jahr 2018 durfte ich das leider wieder einmal mehr beweisen.

Denn das Jahr 2018 endete mit der für mich bis dahin schlimmsten Phase meines Lebens. Am 11.12.2018 starb meine Schwester. Ich will nicht näher darauf eingehen und habe das hier so gut wie nie thematisiert, aber sie hatte einen bösartigen Hirntumor und hielt immerhin fast vier Jahre länger als die ärztliche Prognose durch – vor allem wegen der Kinder ist sie jeden möglichen Weg gegangen, doch zum Schluss hatte der Körper einfach keine Kraft mehr.

Die physischen Auswirkungen dieser tatsächlich ziemlich traumatischen Tage konnte ich bei mir messen. Ich hatte im Dezember einen Ruhepuls von 80 im Mittel. Darüber hinaus beruhigte ich mich mit Glühwein, Grappa und Wodka. Alles im Rahmen, denn ich trinke nie Alkohol, aber in dieser Phase hatte ich das Gefühl, dass er mich beruhigte. Ich aß Lebkuchen und Kekse – auch im Rahmen und vor allem ohne wirklichen Appetit darauf, aber ich glaubte es zu brauchen. Und ich gönnte es mir. In dieser Zeit sagte ich mir „du musst jetzt funktionieren“. Und ich funktionierte.

Zum Glück war mein Arbeitgeber verständnisvoll und gewährte mir Zeit, dennoch ging ich die Woche vor Weihnachten arbeiten. Dann hatte ich drei Wochen endlich Urlaub und da tat ich original – nichts. Die ersten beiden Woche weinte und aß ich (bis auf die Zeit des Noro-Virus), dann spielte ich Playstation, lag auf der Couch, guckte mit meinem Mann Serien und ging so gut wie nicht vor die Tür.

Dass ich 8 kg zugenommen habe ist nun nicht verwunderlich. Ich habe ja deutlich mehr gegessen als ich verbraucht habe.

Anfang Januar, als sich schon abzeichnete, dass der Winter mein Freund ist, weil die weiten Pullis die Polster kaschieren, setzte ich mich wieder einmal mit meiner Ernährung auseinander. Ich weiß nicht genau, was der Auslöser war, aber ich dachte so bei mir, ich könnte mal meinen Zuckerkonsum etwas näher beäugen. Ich guckte nach Fachliteratur oder zumindest Bücher, die meiner Erwartungshaltung (biochemische Erklärung, Studien und Versuche, eventl. politische Diskussion) entsprachen.

Ich kann euch sagen, da gibt es nicht so viele. Es fängt schon damit an, dass jeder etwas anderes unter Zucker versteht!

Ich fand dann aber doch das Buch von Dr. Robert H. Lustig*, einem amerikanischen Endokrinologen und Pädiater, der mit übergewichtigen Kindern arbeitet (übrigens auch solchen, die durch einen Hirntumor dick geworden sind – wie meine sehr schlanke Schwester in den letzten Lebensmonaten auch). Für ihn ist der Bösewicht zugesetzter Zucker, vor allem aber Fructose, wenn sie alleine oder im Haushaltszucker daherkommt.

Dr. Lustig ist auch im Netz mit einer seiner Vorlesungen vertreten, die sehr viral ging. Kürzlich knackte sie die 8.000.000 Views. Zu recht und hoffentlich mit Auswirkungen. Wer sich weniger biochemisch an das Thema herantasten mag, kann auch diese Doku gucken. Dr. Lustig kommt da auch zu Wort.

Das Buch und die Vorlesung haben plötzlich ganz viele Dinge erklärt. Z.B. warum ich trotz vieler Kohlenhydrate satt bin, wenn mein Essen Ballaststoffe enthält und auch keine Hungerattacken habe (also das Slow Carb Prinzip aus obigem Kochbuch).
Ballaststoffe quellen im Magen auf, schwubsen dann in den Dünndarm und nehmen dabei auch noch ein paar unerwünschte Moleküle mit. Manche Ballaststoffe quellen durch Flüssigkeit auf, andere wandern einfach so mit, dienen im Dickdarm meinen Bakterienfreunden als Nahrung und gnubbeln dann ein bisschen rum, damit sich der Dickdarm ordentlich in Bewegung setzt und für zügigen Abtransport sorgt.

Protein ist ebenfalls schwerer verdaulich, liegt also lange im Magen und sorgt daher für ein Sattgefühl. Es spricht für mich nichts dagegen, auch viel Protein zu essen – ich habe dadurch (bei einer Kalorienzufuhr von ca. 1000 kcal/Tag) sehr gut abgenommen. Aber ich will nicht langfristig auf Kohlenhydrate (z.B. in Obst) verzichten. Außerdem bin ich überzeugt, dass sie mich viel glücklicher machen als ein Übermaß an Protein.

Ich glaube, der Unterschied liegt tatsächlich in der gefütterten Darmflora. Es gibt Forschungen in diese Richtung, vielleicht habt ihr davon schon mal gehört: Darmbakterien, die dick machen, also z.B. sehr häufig bei übergewichtigen Menschen anzutreffen sind oder Studien in Richtung Beeinflussung Darm auf Hirn (bei Depression z.B.) usw.

Ballaststoffe sind für mich jedenfalls echt die Superhelden! Unsere Vorfahren haben wohl ziemlich viel davon gegessen, das weiß man von (buchstäblich) steinalten Kackehaufen (sorry für die Wortwahl). Ziemlich viel heißt 100g. Ihr erinnert euch an meine mickrigen 10g zu Zeiten der Proteinkost. Mittlerweile bin ich bei Minimum 30g – 50g und ich bemerke nach wie vor positive Veränderungen!

Ganz viele dieser Erkenntnisse verdanke ich übrigens neben Dr. Lustig auch Giulia Enders. Die kennt ihr vielleicht vom Science-Slam und durch ihr Buch „Darm mit Charme“. (Es liegt passenderweise bei uns am Klo und seit ich es gelesen habe, bejuble ich täglich meinen Verdauungstrakt!) Was Dr. Lustig medizinisch und biochemisch erklärt, ist bei Giulia sehr unterhaltsam. Für mich war ihr Buch ein weiterer Puzzlestein im Rätsel „warum bin ich dick geworden“ und sie erklärt mir auch ganz plausibel, warum mich meine „andere“ Ernährung, also Vollkorn, fast kein Zucker, haufenweisen Ballaststoffe, vermutlich so glücklich machen.

Warum also bin ich dick geworden?

Ich bin dick geworden, weil ich mehr gegessen habe, als ich verbraucht habe. Und das nicht, weil ich ein sehr willensschwacher Mensch bin. Ganz im Gegenteil. Ich habe mehr gegessen, weil mich der Zucker, den ich vertilgt habe, immer hungriger gemacht hat. Nicht (nur) körperlich hungrig, nicht wirklich hungrig. Eher abhängig. Ich habe es selbst hier beschrieben, was ich gegessen habe. Und so oft hatte ich nicht einmal Lust darauf. Und der Zucker hat sich immer weiter in Fett verwandelt, während ich mich dem machtlos ausgeliefert fühlte.

Eine Kalorie ist nicht eine Kalorie, sagt Dr. Lustig. Das hätte ich früher bestritten (hier z.B.). Ein Euro ist schließlich auch immer ein Euro, oder? Stimmt. Aber es macht einen Unterschied, ob ich damit in Dänemark oder Bulgarien einkaufen gehe. Und so ist es bei der Kalorie auch. Die Auswirkungen im Körper unterscheiden sich massiv – es macht einen Unterschied, ob meine Kalorie aus Protein, Fett oder Kohlenhydraten besteht.

Heute denke ich, wie klar es eigentlich ist, warum Abnehmen so leicht ist, wenn man auf Zucker verzichtet bzw. auf Kohlenhydrate (Low Carb) und damit automatisch Zucker einschränkt. Man durchbricht nach ein paar Tagen den negativen Kreislauf und hat keinen Hunger mehr.

Und jetzt ist mir auch klar, warum das Halten so schwer ist. Man fängt nämlich wieder an, „normale“ Produkte zu essen. Wenig zwar, aber das eskaliert schnell und man kennt kein Maß mehr. Bei mir war das jedenfalls so. Jedes mal. Das Problem sind genau diese „normalen“ Produkte. Die „normalen“ Produkte sind nämlich alles andere als normal. Vieles davon ist verarbeitet und enthält – Zucker.

Als ich mit dem Zuckerverzicht angefangen habe, hatte ich gar nicht gedacht, dass ich so viel aussortieren müsste. Seit über zwei Jahren esse ich keinen Haushaltszucker. Aber zugesetzter Zucker ist überall drin. In meinem Low-Carb Sirup z.B. ! In Senf, vegetarischer Wurst, sämtlichen Proteinriegeln, in meinen Alnatura Fertigsuppen, im Vollkornbrot vom Aldi, in Müsli, im Soja Jerkey, selbst in meinen geliebten Insektenriegeln** – ich hätte echt heulen können, als ich das gesehen habe.

Was das Essen angeht, bin ich ganz gewiss kein Dogmatiker. Was für mich gut ist, kann jeder andere doof finden. Das ist ok. Mein Mann isst Fleisch, bestellt sich schon mal Pizza und konsumiert viel zu viel Zucker. Ich bewerte das nicht und ich würde ihm nie meine Essweise aufzwingen. Ich schließe auch nicht aus, dass ich mal wieder Fleisch esse, z.B. wenn es ein vernünftiges Tierwohllabel gibt. Beim Zucker sehe ich das aber tatsächlich ein bisschen anders. Hier hoffe ich, dass ich es auch weiterhin schaffe, darauf zu verzichten. Denn der Verzicht plus die relative hohe Zufuhr an Ballaststoffen machen mich fit! Mein Ruhepuls liegt übrigens wieder bei 60 und meine Tiefschlafphasen haben sich fast verdoppelt.

Darüber hinaus bin ich, (wieder) glücklich und ich fühle mich sehr stark. Und das kann gerne so bleiben.

*Dr. Robert H. Lustig: Die bittere Wahrheit über Zucker

** Das widerspricht ein wenig dem Vegetarismus. Aber Insekten sind sehr proteinhaltig und die Tierhaltung und der CO2 Ausstoß scheinen mir hier nicht so das Problem zu sein.

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20 Weihnachtsfilme, um in Stimmung zu kommen

Hurra, bald ist Weihnachten! Ich liebe Weihnachten! Neben Backen, Schmücken, Weihnachtslieder hören und Geschenke basteln, gehören für mich Weihnachtsfilme dazu, um so richtig in Stimmung zu kommen. Am besten actionlastige und mit einer Portion Humor oder gleich richtig kitschige, romantische und mit einer friedlichen und versöhnlichen Botschaft. Was ich nicht so mag sind Zeichentrick- oder Animationsfilme (Muppets oder Grinch) oder gar zu amerikanische Weihnachten (Santa Clause oder Das Wunder von Manhattan), die Liste ist außerdem natürlich nicht abschließend und extrem subjektiv. Ich freue mich aber sehr über Empfehlungen!

  1. Tödliche Weihnachten 
    Action-Thriller mit Geena Davis und Samuel L. Jackson. Meine absolute #1! Wird jedes Jahr geguckt.
  2. Kevin allein zu Haus und Kevin allein in New York
    Als die Filme in die Kinos kamen, fand ich sie schrecklich und Kevin war für mich die Mega-Kackbratze.  Außerdem kann ich den Filmen die Kevin-Welle nur schwer verzeihen. Aber jetzt bin ich alt und sentimental, die vielen Kevins sind mittlerweile erwachsen und haben selber kleine Jeromes. Und auch wenn ich Kinder immer noch nicht mag. Kevin ist eigentlich verdammt clever und ziemlich großartig!
  3. Stirb langsam 1 + 2
    Dazu muss man ja eigentlich nichts schreiben. Aber ein großartiges Video posten: https://youtu.be/OTyw6cq86kY
  4. Noel
    Taschentuchalarm! Susan Sarandon, Robin Williams und Penelope Cruz lassen mir die Tränen nur so runterlaufen! Sooooo schön! Mit Botschaft! Aber nicht extrem kitschig und auf jeden Fall auch männertauglich.
  5. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
    Können wir alle mittlerweile auswendig. Aber das schönste Film-Märchen aller Zeiten kann man wirklich immer – immer – wieder gucken. Und dazu Omas Plätzchen naschen.
  6. Während du schliefst
    Herrlicher Ami-Kitsch mit  unserem Nürnberger Kindl-Export, der Schwipp-Cousine von Peter Ramsauer: Sandra Bullock.
  7. Tatsächlich… Liebe
    Kein Briten-Kitsch, sondern wirklich schön und mit dem ganz wunderbaren Alan Rickman (seufz). Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte es schleunigst nachholen.
  8. O Palmenbaum
    Kaum bekannter Weihnachtsfilm von unseren südlichen Nachbarn mit Martina Gedeck. Ich könnte mich bei dem Film so beömmeln! Witzig und sogar ein bisschen weihnachtlich – trotz Schauplatz Mauritius.
  9. Nightmare before Christmas
    Ich mag weder Animationsfilme noch Musicals – eigentlich. Nightmare before Christmas ist aber so bittersüß, da kann ich nicht widerstehen…
  10. Das ewige Lied
    Kein typischer und absolut nicht-kitschiger Weihnachtsfilm mit Tobias Moretti als Joseph Mohr. Ernster Hintergrund, realistisch erzählt. Am Ende still und besinnlich, genau wie das schönste Weihnachts-, das ewige Lied.
  11. Brügge sehen… und sterben?
    Kleine Perle, die kaum einer kennt, dabei spielen u.a. Colin Farell und Ralph Fiennes mit. Kein „echter“ Weihnachtsfilme, spielt nur vor Weihnachten. Ist auch nichts für Romantiker*innen. Eher für die zynische Fraktion.
  12. Die Geister, die ich rief…
    Die  (leider ziemlich ausgelutschte) Geschichte von Charles Dickens (A christmas carol) wurde hier in die Neuzeit verlegt und humorvoll mit Bill Murray verfilmt. Die einzige verfilmte Version, die ich ertragen kann. Wer zum Sujet sonstige Film-Tipps hat, gerne posten.
  13. Zwei Weihnachtsmänner
    Lustig, manchmal ziemlich platt, aber mit entsprechend Glühwein intus urkomisch und ziemlich erträglich. Mit Bastian Pastewka und Christoph Maria Herbst. Der Film hat meine Wortschatz um den Begriff „Poolnoodle“ erweitert.
  14. Gremlins
    Der Film, der eindringlich erklärt, warum man Kindern zu Weihnachten keine asiatischen Kuscheltiere schenken sollte…
  15. 8 Frauen
    Hab‘ ich oben geschrieben, ich mag keine Musicals? Wenn nur Frauen mitspielen – und zwar richtige Knallerfrauen, dann doch!
  16. Zusammen!
    Eigentlich kein Weihnachtsfilm, er endet aber an Weihnachten im Schnee. Dieser schwedische Film gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Witzig, versöhnlich und mit der Botschaft: Keiner muss verloren sein. Hach, seufz…
  17. Und täglich grüßt das Murmeltier
    Auch kein Weihnachtsfilm. Der Film spielt (mehrfach) am 2.Februar. Mit Andie McDowell, Bill Murray und einem Murmeltier. Immer, immer wieder!
  18. Michael
    Abgefuckter Engel, der für Frauen nach Gebäck riecht und am Ende alles zum Guten wendet – muss man mehr schreiben?
  19. Midnight in Paris
    Süß, unfassbar süß! Passt zu allen Gelegenheiten, ob heißer Sommernacht oder Weihnachten. Von Woody Allen, aber nicht nervig. Für Romantiker*innen.
  20. To Rome with Love
    Auch von Woody Allen. Auch für jeden Anlass. Hauptsache, man liebt die Liebe (und duschende Opernsänger…)

Und jetzt ihr. Welches ist euer Lieblingsweihnachtsfilm? Und gibt es einen sehenswerten Film, den ich vergessen habe?

Wasser marsch!

Im letzten Blogbeitrag habe ich lamentiert, wie schnell man zunehmen kann, wenn man quasi über Nacht Wasser einlagert. Bei mir war ein Medikament der Auslöser, es können aber auch z.B. Hitze, ein salzreiches Essen, Alkohol oder viele Kohlehydrate dazu führen, dass die Waage am nächsten Tag ungnädig ist.

Es geht natürlich auch umgekehrt. Whoosh nennt man den Effekt, wenn sich der Körper urplötzlich von eingelagertem Wasser trennt, angeblich bis zu 3 Kilo. In meiner Abnehmphase ist es mir aber ehrlich gesagt noch nie passiert, dass ich von heute auf morgen mehr als ein Kilo verloren hätte. Ganz im Gegenteil. Meine Abnahme verlief eher so, dass ich im hohen Defizit im Schnitt 200 g pro Tag verloren habe. Im Schnitt heißt, dass ich auch mal gerne bis zu einem Kilo mehr wog, aber nie, nie umgekehrt.

Man kann sich vorstellen, wie wenig linear meine Abnahme verlaufen ist, wenn man sich kurze Zeitspannen anschaut. Langfristig ging es natürlich trotzdem immer bergab.

Aber jetzt esse ich ja minimal im Defizit (1500 – 1700 kcal an Nicht-Sporttagen) und ohne Defizit an Sporttagen (2000 – 2200 kcal). Damit verliere ich ziemlich genau 1 Kilo im Monat. Der Sinn dahinter ist, Fett ab- und Muskeln aufzubauen. Bei meinem Körperfettanteil von 25% ist das noch möglich. Für diese Methode (Rekomposition) benötigt man ziemlich viel Geduld und ich glaube auch Erfahrung beim Abnehmen in Form von Kalorienzählen. Das hilft nämlich ungemein. Z.B. nehme ich Kreatin zu mir, ein Ergänzungsmittel, das bis zu 3 Kilo Wasser binden kann. Das verschleiert eine Gewichtsabnahme und kann zu Frustration führen, wenn man nicht genau dokumentiert, was man zu sich nimmt und was man für ein Bewegungsmuster an dem jeweiligen Tag hat.

Sport an sich hat übrigens auch gerne mal einen Wasser einlagernden Effekt. Nämlich immer dann, wenn man sich Mikro-Verletzungen zufügt, was zumindest beim Kraftsport ja auch eigentlich gewollt ist.

Manchmal läuft auch alles total quer. Aktuell bin ich z.B. krank. Ich liege also faul auf der Couch und esse ohne Defizit. Zum Dank zeigt mir die Waage seit letzter Woche 3 kg weniger. Na super. Ich visualisiere das hier mal:

whoosh.PNGNun könnte man sich freuen – oder in Panik verfallen und an Muskelabbau denken. Aber das ist eher unwahrscheinlich, wenn man kein Kaloriendefizit einhält.

Anscheinend bin ich doch mal in den Genuss des Whoosh-Effekts gekommen.

NichtsdestotrAotz kribbelt es schon wieder in den Gliedmaßen. Ich hab nämlich keinen Bock mehr auf Couch und vermisse den Sport!

 

Fresskaliert!

Wenn sich der Stress häuft – und das tat er letzte und diese Woche – dann ist man schnell dabei, zu den geliebten fettigen Kohlenhydraten zu greifen. „Man“ bin ich. Und ich bin fresskaliert!

Rückwirkend ergibt sich folgende Kausalkette:

Anscheinend habe ich mich am Mittwoch beim Sport verletzt, jedenfalls tat mir der Mittelfuß höllisch weh, ich konnte kaum auftreten. Als erfahrene Dr. Google Patientin griff ich hoffnungsvoll zu einer viel beworbenen Salbe, die aber nur mäßig Linderung brachte.

Also ließ ich den Sport am Freitag ausfallen.

Und am Samstag.

Und am Sonntag.

Sport betreibe ich natürlich primär, um meinen Körper in ein Hulk-ähnliches, aber nichtsdestotrotz wunderschönes Erscheinungsbild umzumodulieren, siehe Bild. In zweiter Linie ist er einfach höllisch hilfreich, um Stress abzubauen!

hulk

Was tun, wenn der Stressabbau durch Sport wegfällt? Aber ja! Essen! Von Freitag bis Samstag habe ich daher mal einfach die Atemluft mit Leckereien substituiert.

Um eine Lanze für mich zu brechen, immerhin waren es nicht Chips, Kuchen und Schokolade, sondern wenigstens selbstgemachte Quarkbrötchen, Proteinchips und Obst. Aber zuviel davon…. *schluchz*

Das Resultat: Fast 3 – in Worten DREI – Kilo mehr auf der Waage!

Tja, kein Wunder, könnte man denken. Oder noch schlimmer: Dann ist ja auch schon alles egal.

Aber halt!

Die Rechnung geht natürlich nicht auf und der Geschichte fehlt noch die Pointe.

Um 3 Kilo innerhalb von 3 Tagen zuzunehmen, hätte ich 21.000 Kalorien mehr essen müssen als mein Tagesbedarf von ca. 2.000 Kalorien. Also jeden Tag 9.000 Kalorien! Ich sage nicht, dass das nicht machbar ist. Aber es wäre schon eine Herausforderung. Ein Glück, dass ich alles aufschreibe und daher weiß, dass ich selbst am schlimmsten Tag, nämlich am Samstag, „nur“ bei 2.800 Kalorien gelandet bin. Was ist also mit mir passiert? Wiegt vielleicht das schlechte Gewissen so viel mehr?*

Wenn man an sich so etwas feststellt, also einen komischen Ausreißer, lohnt es sich, genau Revue passieren zu lassen, was man die Tage so gemacht hat. Für Frauen ist auch immer der Blick auf den Zyklus wichtig.

Nun, bei mir war der Übeltäter ein ganz anderer.

Als mein Fuß so irre weh tat und die „Natur“-Salbe nichts half, bin ich in die Apotheke und habe mir Voltaren-Tabletten geholt, von denen ich dann drei am Tag genommen habe. Die haben auch gut geholfen. Nur war mir nicht bekannt, dass Diclofenac, der Wirkstoff in Voltaren, massiv Wasser zieht. Es steht sogar auf der Packungsbeilage und wenn man Dr. Google befragt, bekommt man zahlreiche Erfahrungsberichte dazu. Aber wer interessiert sich schon für Nebenwirkungen…

Fazit: Ich bin heilfroh, dass ich

  • mein Gewicht täglich erfasse und dadurch mit Schwankungen gut umgehen kann (man stelle sich vor, ich würde mich nur alle Wochen oder zwei Wochen wiegen, ich hätte ja an allem gezweifelt!)
  • meine Kalorien tracke und daher ziemlich sicher weiß, was ich zu erwarten habe (und was nicht)

Dadurch verfalle ich nicht gleich in Selbsthass und Demotivation, sondern kann rational auf Ursachenforschung gehen.

Btw: Das Wasser verschwindet natürlich, ich wiege jetzt – zwei Tage nach Absetzen – schon wieder 2 Kilo weniger (trotzdem ich meinen kompletten Kalorienbedarf ausgeschöpft habe).

*Tatsächlich ist die Antwort hierauf immer JA, wenn du gerade abnehmen möchtest. 1 MsG entspricht dabei 0,89 Delta gKG
(MsG = Mahlzeit, die mit schlechtem Gewissen verzehrt wird, Delta gKG = Zuwachs an gewissensproduzierten Kilogramm)

Kasterix und Kobelix

Heute habe ich es endlich mal geschafft, in den Keller zu gehen und die gefühlt 50 Kleidersäcke durchzusehen. Dabei habe ich eine Reise rückwärts durch meine Abnahme gemacht.

Ein paar ganz aktuelle Kleidungsstücke sind aufgrund des Wetters in den Keller gewandert (also z.B. alle Winterpullis) – da schwanken die Größen zwischen 36 und 40. Aber je weiter ich mich nach vorne gearbeitet habe, umso größer wurden die Blusen, Jacken und Hosen. Ganz zuletzt öffnete ich dann einen Sack und kramte ein verdrängtes Kleidungsstück nach dem nächsten heraus – und damit gleichsam viele ebenso verdrängte Erinnerungen.

Größe 56. Heute kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen, schon auch deshalb, weil ich mich ja nie so dick gefühlt habe. Die wenigen Fotos von mir erzählen aber eine andere Geschichte. Da sehe ich in der Tat nach Größe 56 aus!

Als ich dann einen Pulli in der Hand hielt, von dem ich noch weiß, dass er nicht wirklich locker saß, kam mir die Idee für dieses  Bild:

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Den türkisen Pulli hatte ich heute an.