Update Abnehmen: Vage Waage

Drei Monate sind nun vergangen, seit ich mich bei den Weight Watchers angemeldet habe. Um es gleich vorweg zu nehmen. Fast 8 kg habe ich seither beim Ausatmen verloren.*

Wie ist es mir bisher ergangen?

WW+ bietet drei Programme an. Aufgrund eines kleinen Tests zu Beginn erhält man eine Empfehlung, welches Programm besonders gut zu den eigenen Lebensgewohnheiten passt. Ich habe aber mittlerweile alle Programme getestet und bin jetzt bei dem, das die strengste Kontrolle verlangt. Bei ww+ bedeutet das, das man relativ viel tracken muss und nur sehr wenig Lebensmittel punktefrei sind.

Ich habe gewechselt, um mehr über mein Verhalten im Umgang mit Lebensmittel zu erfahren und auch, weil ich meine Abnahme beschleunigen wollte. Tatsächlich macht es aber fast keinen Unterschied. Abgenommen habe ich bisher mit allen Programmen, die Geschwindigkeit unterscheidet sich minimal.

Was esse ich?

Ich esse viel Sojajoghurt, viel Obst, viel Gemüse, viel Tofu. Ich backe mein Brot selbst, achte auf Ballaststoffe, trinke viel Tee. Ich esse kaum bis nie Nudeln oder Reis, keine Süßigkeiten, ab und an Kartoffeln und Kuchen (Apfelkuchen, punktefreundlich). Am Liebsten koche ich Currys oder Daals, also Gerichte aus der indischen Küche. Vielleicht mutiere ich so langsam zu einer Ashram-Tante, denn ich meditiere auch fast täglich, finde Gefallen an Räucherstäbchen und ich – ICH – habe sogar ein bisschen Yoga gemacht. Om!

Und Sport?

Yoga habe ich aber schnell wieder aufgehört. Es ist einfach nichts für mich, obwohl es mir an sich schon gefällt. Aber meine Theorie ist, je introvertierter, umso mehr muss der Sport reinpowern. Und ich bin total introvertiert. Ich bin eine ziemlich bekloppte und verkopfte Analytikerin, die Zahlen liebt und Menschen eher nicht so.

Extrovertierte brauchen dagegen als Gegenpol ruhige, achtsame Bewegungen. Ich glaube, für die ist Yoga perfekt, um zur Ruhe zu kommen. Für mich ist es halt Fitnessboxen, Gewichte stemmen oder HIIT. Hauptsache, danach tut jeder Muskel weh und man stinkt wie ein Iltis, weil man komplett mit einer Salzkruste überzogen ist und einen Liter Schweiß verloren hat.

Wäre nur schön, wenn ich letzteres, also Krafttraining, denn auch tun würde. Durch die Pandemie ist mein Fitness-Studio seit einem Jahr geschlossen und zuhause mache ich fast nichts. Naja, ich hoffe, das ändert sich irgendwann. Offensichtlich kann man auch faul auf dem Sessel rumgammeln und dabei Abnehmen.

Wie sieht es mental aus?

Also, ich muss sagen, hier unterscheidet sich die Abnahme sehr von der letzten. Ich fühle keinen Druck, bin entspannt und ausgeglichen. Ich bin nicht so zwanghaft und voller Selbsthass wie beim letzten Mal. Das kann mit dem Abnahmeprogramm, aber auch mit dem Meditieren zusammen hängen. Eventuell auch damit, dass ich den Job gewechselt habe und seitdem jeden Tag glücklich und dankbar bin, dass ich nun endlich das mache, was mir richtig Spaß macht und dafür auch noch besser bezahlt werde…

Tipps?

Stellt die Waage immer auf die gleiche Stelle und auf Hartboden, nicht auf Teppich. Mein Schock der Woche war eine plötzliche Zunahme von 1,5 kg. Ich hab mir das mit Schmerzmitteln und Wassereinlagerungen erklärt und es hat mich jetzt zum Glück nicht aus der Bahn geworfen. Und NATÜRLICH hab ich mich anhand der Zahl auf der Waage direkt dicker und aufgedunsener gefühlt.

Wie blöde das ist, sich von der Zahl abhängig zu machen – und ich müsste es echt wissen! – habe ich dieses Wochenende gemerkt. Meine Waage stand uneben, ich hatte sie falsch platziert. In der richtigen Position wiege ich tatsächlich über 2 kg (!!!) weniger als in der Vorwoche. Ich Depp!

Zahlen bitte!

Im Diätticker und unter Abnehmziele könnt Ihr die Abnahme verfolgen, wenn es Euch interessiert. Bisher habe ich ca. 600 g/Woche abgenommen. Das entspricht in etwa 4.200 kcal, die ich pro Woche eingespart habe, täglich also 600 kcal. Das passt auch, denn aus alter Gewohnheit überschlage ich die Kalorien, die ich gegessen habe abends (ich kann sie noch für viele Lebensmittel auswendig von der letzten Abnahme) und komme so auf 1.600 – 1.800/pro Tag.

*Das ist übrigens kein Schmu. Man nimmt durch Ausatmen ab. Wirklich. Ich verweise auf das Buch Mach das!, das ich im Beitrag Unser Physiker auf dem Klo vorgestellt habe.

Fallentinstag

Kennt ihr das, wenn euch Adrenalin durch den Körper jagt und euch aufputscht, als wärt ihr auf Speed? Ich hatte diesen Moment letzten Sonntag und mit diesem Moment wurde eine ziemlich üble Woche eingeläutet.

Mein Mann ist die Kellertreppe runtergestürzt. Mit zwei Kisten in der Hand hat er das Gleichgewicht verloren. Das Resultat sah nicht gut aus, der Fuß hing irgendwie komisch weg und man konnte schon erahnen, dass es innen drin ähnlich aussah wie auf der Kellertreppe: 100 Einzelteile zerstreut und überall. „Ich glaub, ich hab mir den Fuß gebrochen.“ Mmh, ja.

Er kam ins Krankenhaus und wurde noch am gleichen Abend operiert, um das zerbröselte Sprunggelenk zu stabilisieren.

Als Angehörige darfst du nicht ins Krankenhaus, weshalb in Zeiten von Corona der Austausch von Dingen ähnlich wie im Knast funktioniert, nur dass man die Sachen nicht zum Fenster hinauf werden muss, sondern immerhin am Empfang abgeben bzw. abholen darf. Man kann das alles natürlich wuppen und es wäre auch nicht so schlimm gewesen, wenn nicht am Mittwoch der Vater meines Mannes gestorben wäre. Er hatte zu Weihnachten Corona, das Koma und die akute Krankheit überstanden, aber seine zuvor schon angeschlagene Lunge und sein kaputtes Herz haben nicht lange darüber hinaus durchhalten können.

Wie soll man trauern, wenn man nie alleine ist bzw. umgeben von Fremden? Ich kenne dieses schlimme Gefühl aus eigener Erfahrung, die Todesnachricht meiner Schwester hat mich in einem Zugabteil erreicht, umgeben von Menschen. Das ist einer der traumatischsten Momente gewesen, da ich meine Gefühle so stark kontrollieren musste. Auch damals peitschte das Adrenalin durch meinen Körper und hat mich funktionieren lassen.

Es tat mir so unendlich leid für meinen Mann. Und ich wäre so gerne zu ihm, um ihn zu trösten. Er ist zum Glück sehr gefasst gewesen, weil er sich schon an Weihnachten damit auseinandersetzen musste, dass dieser Fall eintritt. Dennoch hofft man natürlich immer. Immer!

Gleichzeitig kämpft sich meine Mutter durch eine üble Chemotherapie und hatte letzte Woche die bisher schlimmste Phase.

Ich versuche, optimistisch zu sein und auch die guten Dinge zu sehen, die passieren. Dass mein Schwager sich um vieles kümmern kann, ist jetzt hilfreich. Und dass mein Mann heute wieder nach Hause kommt und es in gewisser Weise ein Glück ist, dass er aufgrund von Corona ohnehin im Home Office ist – und ich auch! So kann ich ihm helfen und gemeinsam stehen wir auch das durch.

Der innere Junkie

Kennt ihr solche Momente, in denen euch das Schicksal, Karma, Gott oder Wasauchimmer mit Wucht einen Kübel Wasser über den Kopf gießt? Quasi eine mentale Bucket-Challenge, von der ihr gar nicht wusstet, dass ihr euch dieser stellen müsst?

Also ich hatte so einen Moment Ende 2019, nach einem Schei…jahr.

Ich hing auf blankgewetzten Kiefernknochen wie ein Schluck Abwasser in einer Haarnadelkurve. Kurz: Ich war echt durch. Physisch ausgelaugt und psychisch ein abblätternder Farbanstrich mit nacktem Beton darunter.

Da ich seit einem Jahr keinen Urlaub hatte, dachten wir (bester Mann und ich), wir gönnen uns mal was. So richtig all inklusive Deluxe. Haben wir dann auch. Wir haben uns eine Suite in einem Luxushotel geleistet. Mit ALLEM, also z.B. mit Dienstboteneingang, eigenem Hausmeisterservice, mehreren Zimmern und einem Promenadenbalkon. Das Interieur sah aus wie ein goldener Art-Deco-Tempel aus den 30er Jahren und das Badezimmer mit Whirlpool war so groß wie unsere gesamte Wohnung. Und ich übertreibe nur ganz wenig.

In solch einem Ambiente kommt man sich – wenn man wie ich solchen Luxus so überhaupt nicht gewohnt ist – schnell vor wie ein Störfaktor, so als müsste gleich die Security anmarschieren und dich in ein 10m² Zimmer mit Hochbettpritschen verfrachten. Sie Schwindlerin! Sie sind gar nicht reich, Frau Katjalyse! DAS hier ist wohl eher Ihr Niveau *harharhar (diabolisches Lachen).

Wie auch immer, in dieser Luxussuite gab es natürlich auch ein eigenes Bücherregal im Wohnbereich und als der beste Mann sich ins Separee für ein Mittagsschlümmerchen zurückzog, breitete ich mich auf der goldenen Chaiselongue aus wie Mata Hari mit Übergewicht und da fiel mein Blick auf die Buchrücken. NATÜRLICH hatte ich auch meinen Laptop dabei. Er war ausgeklappt und lockte schon mit trashigem Internetgeschwurbel. Ich bin halt süchtig nach Elektronikzeugs und ohne verlottere ich innerhalb von drei Stunden zur Neandertalerin. Aber mit einem Mal überlegte ich so vor mich hin: Lesen wäre ja auch mal ganz nett.

Ich wanderte also vorbei am Champagner-und Pralinen-Arrangement zum Regal (Remember, ich bin nicht ohne Grund so fett) und guckte mir die Titel durch. Und da war es so weit! Der Kübel!

Im Film hätte es eine erleuchtende Musik gegeben und gleichzeitig einen Lichtspot auf DAS Buch. Denn da stand es. Und ich starrte ungläubig drauf.
Es heißt (tada): Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner.

Ehrlich, es war als würde mich das Buch, nein, das ganze Bücherregal anschreien! HILF DIR SELBST, SONST HILFT DIR KEINER!!!! Du wehleidiger Putzlappen!!! Und ich hatte wirklich, wirklich NICHTS komisches eingenommen (vielleicht ein bisschen Schampus).

Das Buch hab ich quasi auf dem Weg zurück zur Chaiselongue ausgelesen. Es ist auch ziemlich kurz, btw. auch alt, aber doch ziemlich aktuell. Heute würde man den Inhalt mit Resilienz Training und Achtsamkeit verkaufen und die Seiten auch nicht ohne Absatz und Augentrenner in Schriftgröße 8 von oben links bis unten rechts bedrucken. Aber das Marketing war halt früher noch nicht so weit und das Gegenteil von hip. Das beweist jede Jacobs-Kaffee Werbung aus den 70ern.

Kannst du noch? Ansonsten kannst du hier aufhören, denn jetzt kommt gleich ein bisschen Eso-Kram, aber die aufregende Geschichte von der Karma-Bucket-Challenge ist hier vorbei.

Im Buch geht es im Grunde darum, ein Mann zu sein, sich selbst zu mögen und dann möglichst nicht zu heiraten, nicht fett zu werden und mit 40 alles erreicht zu haben, was man erreichen möchte.

Kurz: Ich hab bisher alles falsch gemacht.

Oder: FAST alles.

Den das Buch empfiehlt zur Erreichung der Glückseligkeit etwas, das ich mal tatsächlich gelernt habe. Aber seit Jahrzehnten Jahren nicht mehr angewandt habe – offensichtlich, schließlich bin ich kein Mann, fett, mag mich nicht leiden, bin verheiratet und über 40.

Der Schlüssel zu ALLEM heißt: Autogenes Training. Und JAA, das ist großartig! Da hat der Herr Kirschner so recht!

Als ich das gelernt habe, hatte ich nämlich mal ein richtiges Flow-Gefühl, oder besser eine Art außerkörperlicher Wahrnehmung. Das war wie ein Rausch und ich hätte ewig so bleiben können, nur der komische Psychologe, der das Training anleitete, hatte keinen Ahnung von meinem Zustand und holte mich alsbald rüde auf den Stuhl und ins Leben zurück.

Seither ist wohl einiges schief gelaufen… (außer mit dem besten Mann, den ich sogar immer wieder heiraten würde, egal was Herr Kirschner sagt).

Sein Buch war nun aber so eine Art Weckruf. Oder Wegruf, den ich hab es einfach mitgenommen (dafür die Handtücher und Wellnessmäntel dagelassen!). Ich schäme mich natürlich adäquat.

Es hat aber eine Weile gedauert, bis ich mich wieder an das Thema rangetraut habe. Heute in Form von Meditation, Audio-Coaching oder whatever. Ist alles ähnlich:

Atmen, Körper langsam ruhigstellen und an nichts denken (hahaha, jeder weiß, dass man dann natürlich an ALLES denkt, von der schmutzigen Wäsche über die sexuellen Gewohnheiten von Stubenfliegen bis hin zur Weltformel).

Und dann kribbelt es irgendwann und man hat das Gefühl man schrumpft irgendwie in sich zusammen. Vielleicht tut man das auch tatsächlich, bei mir sieht man es halt nur nicht.

Und dann sollte es irgendwann kommen. Das Abheben.

Aber wisst ihr was? Diese Drecksübungen verlangen natürlich, dass du gerade nicht willst, dass das passiert, dass du nichts erzwingst und so weiter. Und was macht man? Ihr kennt das „denk nicht an einen Elefanten“-Spiel. So in etwa. Man sitzt auf einer geistigen Toilette und drückt und drückt.. (sorry, meine Metaphern werden jetzt albern).

Und da ist er also. Mein innerer Junkie. Einmal den Trip des Lebens gehabt und jetzt hechle ich dem hinterher.

So bitter, noch nicht mal eine coole Drogengeschichte.

Mein neues Fassband

Und jetzt hab ich auch so ein Ding. Ich hatte keine Ahnung, dass das gerade ein Mega-Trend zu sein scheint, aber nachdem ich in der WW-Community haufenweise großartige Bauchmuskulatur und coole, mit fetziger Musik unterlegte Videos gesehen habe, wollte ich das auch – also die Bauchmuskulatur und das Ding. Ich Trendopfer.

Wobei ich den Trend, Videos von sich selbst zu posten, nicht verstehen kann. Ich finde dabei die manchmal tiefen Einblicke oder die ungnädige Kameraführung weniger schlimm als den Querschnitt durch die deutschen Wohnzimmer und deren mitunter unfreiwillig gefilmten Mitbewohnern.

Ist nicht so, dass ich in einem tippi-toppi Altbaupalast mit dänischen Design-Award-Mobiliar residiere und sich neben mir George Clooney mit meinen zwei Kindern namens Elon und Lang gerade über die Relativitätstheorie beömmelt, weil da ein gravierender Denkfehler drin ist. Aber meine Schluffihöhle, in der am Wäscheständer die Unterhosen und Socken fröhlich vor sich hinbaumeln und eventuell – EVENTUELL – lange nicht mehr gesaugt wurde, würde ich halt eher ungern meinen Mitmenschen präsentieren.

Das hab ich übrigens bei den TAUSENDEN zoom- und Teams-Meetings gelernt: Räum den Wäscheständer hinter dir weg!!! Oder wenigstens die Unterhosen und häng irgendein Designteil drüber. Mein Dolce&Gabbana Shirt, in das ich mindestens seit 30 kg nicht mehr reinpasse z.B.. Aber weiß ja keiner, die sehen mich nur bis zum Hals.

Gibt natürlich auch die Hintergrundweichzeich-Funktion (aus gutem Grund, wenn man an den Dildo-Eklat in einem Interview der BBC denkt), aber da muss man optimale Kleidung tragen, sonst ist man armlos oder das Gesicht verschwindet plötzlich und taucht dann aus dem Nichts wieder auf wie bei Alice im Wunderland. Waaah, gruselig.

Aber geht ja allen so. Ich kenne mittlerweile die Familien, Haustiere, Wohnwände, Zimmerpflanzen und die gerade bei ihnen zuhause aktiven Handwerker meiner Kolleginnen und Kollegen. „Servus Heinz! Na, heute wieder Abfluss?“

Aber eigentlich wollte ich ja sagen, dass ich mir einen Hula Hoop Reifen gekauft habe. Sah so einfach aus bei Fabienne*. Stundenlang schwingt die das Ding und hat Bauchmuskeln, da wird mein Lattenrost neidisch!

Ich hab wahrscheinlich auch Bauchmuskeln. Irgendwo, vielleicht vom Lachen. Da tut ja manchmal auch der Bauch weh.

Wie auch immer, das Ding ist da und ich hab es zusammengebaut (ja, das muss man zusammenbauen!) und natürlich gleich angefangen zu schwingen.

Stellt euch das bitte nicht vor!

Und was soll ich sagen, Effekt definitiv da. Als Kind war das nur irgendwie viel einfacher. Gut, da wog ich auch 90 kg weniger. Aber jetzt hätte ich 90kg mehr Schwungmasse!

Auf jeden Fall fällt das Ding dauernd auf den Boden und das ständige Aufheben ist momentan das eigentliche Training.

Ich könnte den Reifen wieder auseinanderbauen und einfach ein-zwei Elemente rausnehmen. Dann fällt er garantiert nicht mehr auf den Boden.

Hoop heißt ja nicht ohne Grund Fassband.

*keine Ahnung, ob die so heißt, sah aber so aus

Papperla-pappsatt

Wisst ihr, was ich echt hasse? Es ist das Wort „pappsatt“. Wann immer ich auf Diät war und mich in diversen Abnehmforen/-gruppen getummelt habe, dieses Wort ist mir da ständig begegnet. Ich glaube, es wird überhaupt nirgendwo so viel verwendet wie unter sich verschlankenden Moppels (wie ich einer bin). Und ehrlich gesagt glaube ich, dass dieses „pappsatt“ für viele nur ein Selbst-Mantra ist, um sich den überschaubaren Diätteller schön zu reden.

Wenn Melanie* z.B. postet, dass sie gerade eine halbe Vollkornbrotscheibe mit einem Hauch Lightkäse und einem Radieschen oben drauf gegessen hat und jetzt via Social Media erklären muss: „Boah, bin ich pappsatt!“, dann glaube ich das nicht. Und Kerschtin* muss direkt kontern mit einem gebackenen Luffaschwamm auf Wasserschaum und dazu zwei Kartoffelspalten. „Ich platz gleich!“ Ja, ne. Klar.

Und genauso wenig glaube ich, wenn mir irgendwelche Luftfluffs mit „da wirst du pappsatt von!“ verkauft werden. Ehrlich jetzt?

Und ich mit meinen 110 kg** sitze dann da und denke WTF???? Was stimmt denn nicht mit mir?
Ich kann echt nicht von einem Spaghetti-Nest aus 10 Nudeln und einem Esslöffel Tomatensauce obendrauf satt werden… auch wenn ich mich wirklich, wirklich anstrenge. Mein Bauch streikt da. Er und ich brauchen eine normale Portion, sonst wird das nix..

Ich weiß natürlich, dass diese Portion nicht aus in Sahnesauce gebadete frittierte Fettklöße mit Parmesankruste*** bestehen soll. Aber halt auch nicht aus zwei Salatblättern. Liegt eben irgendwo dazwischen. Frittierter Luffaschwamm vielleicht.

* Fantasienamen
**ich weiße dezent auf den Diät-Ticker hier im Blog hin, denn die Zahl ist natürlich WEIT veraltet!
*** natürlich in vegan