War was in Hamburg?

Nun hat Hamburg den Gipfel also hinter sich gebracht. Die Scherben sind zusammengefegt, der Schaden bleibt.

Ich hatte Glück, denn ich wohne weder in der Elbchaussee noch im Schanzenviertel und ein Auto besitze ich nicht. Wohl aber einen Arbeitsplatz, der heute zum Glück noch vorhanden ist, weil er nicht von plündernden Idioten angezündet und zerstört wurde.

Zerstört wurden aber einige meiner Ideale und ohne es zu wollen bin ich mit einem Mal in ein politisches Vakuum katapultiert worden.

Aber nicht nur mir geht es so, ganz Hamburg redet in diesen Tagen nicht etwa über Politik, sondern über enthemmte Jugendliche bzw. erlebnisorientierte Menschen, die am Wochenende medienwirksame Action in der Hansestadt suchten. Einige bezeichnen sich selbst auch als zugehörig zum „schwarzen Block“, die Politik spricht von Linksextremisten, Hamburg nennt sie pragmatisch „Idioten“, „Arschlöcher“, „Vollpfosten“.

Ob es unter denen auch welche gab, die wirklich eine (politische) Botschaft transportieren wollten? Wenn ja, welche?

  • Gewalt ist voll ok, wenn sie gegen Sachen geht! (Außer gegen die eigenen!)
  • Wenn du unsere Plünderungen und unsere Zerstörungswut doof findest, bist du für Kapitalismus und findest Trump toll!*
  • Autos anzünden ist gut gegen den Klimawandel!
  • Und unterstützt die unter dem VW-Skandal leidende Autoindustrie!
  • Stadt-Fahrräder zerstören sorgt für mehr Bewegung in der Bevölkerung!
  • Mal gucken, wie schnell die Feuerwehr nach 48 Stunden Dauereinsatz noch ein Feuer löschen kann!
  • Du kennst dein Limit nicht? Jetzt ja, Sanitäter.
  • Uns tut das doch auch weh, wir machen das nur für dich!
  • Wir können Menschen genauso gut verschrecken wie Erdogan und Putin, wenn die das sehen, geben die bestimmt klein bei, weil wir den Größeren haben!
  • Die Polizei braucht nach so doofen Aktionen wie Stuttgart 21 usw. dringend Rückhalt in der Bevölkerung – schaffen wir!
  • Links ist das neue rechts!
  • Wir produzieren eine solidarische Gesellschaft! Oder wer hat für den Aufräum-Event in der Schanze gesorgt?
  • Ich bin Glaser.
  • Jetzt kann Rewe mal zeigen, wie sie jeden Tag ein bisschen besser werden!
  • Braune Hemden waren gestern, heute trägt man schwarze Hoodies!
  • Kein Arsch braucht sich für die Inhalte bei G20 zu interessieren – guck mal lieber, hier stehe ich in Siegerpose vor den Flammen, cool, wie ich es dem Staat zeige, nä?
  • Es gibt Rückhalt für linke Ideen in der Bevölkerung? Haha, nicht mehr lange!
  • Gemeinsam schaffen wir es, Putin, Erdogan und Trump nicht mehr ganz so schlecht aussehen zu lassen!
  • Was hast du denn gedacht, was Welcome to Hell bedeutet?
  • Ihr wollt noch mehr Überwachung? Kein Problem, wir kümmern uns!
  • Einfältiger pazifistischer Bürger, du hast die längste Zeit Lust gehabt, auf einer Demo abzuhängen!
  • Flieg, Stein, flieg…
  • What’s the name of this city?
  • Kapitalismus ist mal voll scheiße, oh warte, da hinten haben sie gerade einen Apple Store aufgeknackt!
  • Wie, G20 hat was mit Politik zu tun?
  • Das waren erfolgreiche Tage! (Originalzitat von der Website g20tohell, die ich hier nicht verlinken möchte)

*wahrscheinlich isst du sogar Fleisch!

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Autor: Katjalyse

Ich heiße Katja. Oder so ähnlich. Seit 2008 wohne ich in der norddeutschen Diaspora (Hamburg). Grund: Liebe. Bisher nicht bereut. Weder Liebe noch Hamburg. Ich blogge seit 2005, also schon ein paar Tage länger und unter verschiedenen Pseudonymen. Aktuell unter Katjalyse und auf dem Mitmachblog.

Ein Gedanke zu „War was in Hamburg?“

  1. Also … ich bin sprachlos zu dem, was da in Hamburg abging. Inzwischen bin ich froh NICHT zu 1000 Gestalten gegangen zu sein. Da war leider viel zu viel hirnloses an Aktionen. Glaub ich gleich, dass Hamburg da irgendwie fassungslos zurückbleibt..

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