Läuft. Rückwärts und bergab.

Irgendwie habe ich heute etwas ins Rollen gebracht und damit eine Kette unglücklicher Ereignisse ausgelöst. Dabei war ich hochgradig motiviert und habe auch brav angefangen zu lernen, nur allzu weit bin ich nicht gekommen.

Solche Tage gibt es ja bisweilen. Der bisher schlimmste hat dazu geführt, dass ich – ich erläutere jetzt nichts näheres – die Duschkabine reinigen wollte, dabei versehentlich an die Armatur gekommen bin und plötzlich erleben durfte, wie es sich anfühlt, voll angezogen mit eiskaltem Wasser übergossen zu werden.

Heute wurde ich wenigstens nicht nass.

Zum Lernen lege ich mir grundsätzlich online Karteikarten an. Das habe ich auch diesmal gemacht und alles hat fein funktioniert, bis ich auf die Idee kam, mein Laptop vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer zu tragen.

Dort angekommen kann ich meine Karteikarten nicht mehr aufrufen, weil ich plötzlich nicht mehr online bin. Gut, das kommt vor.

So aber noch nie. Also entweder bin ich beim Tragen auf die ultrageheime Tastenkombination zum Sperren des WLANs (für alle Zeiten) gekommen oder mein Frust und Stress haben sich elektrisch entladen und den WLAN-Adapter zerschossen. Was auch immer, alle Versuche, dieses sch* WLAN bei mir wieder zum Laufen zu bringen, waren erfolglos. Irgendwie zeigt mir das Laptop nur noch den Flugzeugmodus an.

Verdammt Axt, du blödes Ding, ich zeig dir liebend gerne, wie sich der Flugmodus anfühlt!!!

Ich reagiere schnell zornig und panisch, wenn ich aus dem Zeitplan falle. Und nachdem der beste Mann und ich (wenig hilfreich) eine Stunde mit der Suche nach dem unsichtbaren Netz verbrachte haben, kroch ein wenig die Angst in mir hoch. Eine Lösung muss also her.

Ein Glück, ich habe auch ein Tablet. Das hatte ich nur eine Weile nicht mehr in Benutzung, weshalb es beim Öffnen anfing, 36 (sechsundreißig) Apps zu aktualisieren.

Des Wartens überdrüssig kam mir in den Sinn, mein altes Netbook zu suchen. Denn im Grunde muss ich ja nur online sein. Alles andere ist egal. Das Netbook war schnell gefunden, nur das Netzkabel nicht. Natürlich nicht. Wäre auch zu einfach gewesen.

Warum nur, denke ich, passiert so etwas vor einem Wochenende und kurz vor einer Klausur. Ich bin jetzt sehr, sehr angespannt…

In diesem Moment meldet sich meine Uhr. Ja, meine Uhr spricht mit mir. Ich gucke also auf mein Handy, um mir die Botschaft in voller Länge anzeigen zu lassen.

„Dein Freitag läuft nicht so gut.“

Das ist der Moment, in dem ich mich frage, ob es eine geheime Welt der technischen Geräte gibt und die sich untereinander austauschen, um uns Anwenderdeppen zu verhöhnen. Aber die Uhr bezieht sich natürlich auf mein Bewegungsmuster. Und da hat sie schon recht. Läuft nicht. Wie auch, wenn man den ganzen Tag nur rumsitzt.

Wütend stampfe ich auf und gehe in die Küche. Ich will  mir aus Trotz Eiweißriegel zubereiten. Das Rezept habe ich im Netz gefunden und irgendwie könnte ich jetzt ein Leckerli vertragen. Ich mische die Zutaten zusammen und verknete sie. Das Ergebnis ist ein großer brauner Gummiball statt sechs kleiner zartschmelzender Schokoriegel. Ich bin nicht wirklich überrascht.

Dafür bekomme ich das Internet-Problem aber doch noch gelöst. Aus den tiefsten Tiefen krame ich ein uraltes Laptop hervor und werfe es an. Nach dem unerwartet schnellen Hochfahren ist sofort eine WLAN-Verbindung da. Ich kann wieder lernen! Hurra!

Kurz nach der ersten Karteikarte poppt eine Meldung auf, die mir erklärt, dass Windows XP seit April 2014 nicht mehr unterstützt wird. O Gott ist mir das egal! Ich strecke meinem nicht-funktionierenden Flugzeug-Laptop die Zunge raus.

Meine Uhr vibriert. Im Display steht: „Bist du irgendwie sauer auf mich? Hatte heute so das Gefühl.“

Für einen kurzen Moment zweifle ich an meinem Verstand. Dann sehe ich, dass es eine Whatsapp-Nachricht ist, die offensichtlich nicht für mich bestimmt war.

Oder vielleicht doch. Wer weiß…

 

 

 

 

 

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Matrix reloaded

Ich schulde „der Welt“ noch meinen Zwischenbericht #7. Aktuell schaffe ich aber nicht, die Daten zusammenzusammeln. Das liegt daran, dass ich in der heißen Phase der Klausurvorbereitung bin.

Dazu habe ich mir diese Woche Urlaub genommen, denn nächsten Montag schreibe ich M6a. Und dieses Modul macht mich platt, weil es nur um statistische Modelle zur Testkonstruktion geht. Ehrlich, ich kann das Wort MATRIX nicht mehr hören. Ich hasse Cronbach, Bravais, Pearson, Scree, Guttman, Kendall und Konsorten. Und griechische Buchstaben machen mich momentan höchst aggressiv.

Wenn ich dieses ätzende Modul bestehe, verbleibt vor allem eine Erkenntnis: Tests sind im Großen und Ganzen subjektive Konstrukte, die mit statistischer Kosmetik aufgepeppt werden. Ich traue jedenfalls keinem Test mehr, auch nicht den gängigen. Jetzt, wo ich weiß, wie die entstehen. Ne.

Schlimm, dass gerade im beruflichen Auswahlverfahren häufig Persönlichkeitstests zum Einsatz kommen. Das entbindet einen natürlich von der Verantwortung, wenn man bei der Personalauswahl mal daneben gegriffen hat. War ja der Test. Hätte ja keiner ahnen können, dass Person xy ein Arschloch ist, obwohl er eine so hohe Punktzahl in Extraversion und Verträglichkeit (oder was auch immer) hatte.

Gesunder Menschenverstand bei der Auswahl ist halt nicht mehr gefragt und Risiko ist auch out, weil das kostet ja im Zweifel Geld. Und alles was einen Arbeitgeber zusätzliches Geld kostet ist ultra böse.

Das ständige Beschäftigen mit Statistik im Allgemeinen und Besonderen führt übrigens dazu, dass ich permanent Lust auf Schokolade habe. Beim Shoppen heute Abend war ich für einen Moment in Versuchung, mir dicke fette Schoko-Croissants zu kaufen. Also quasi alle vier apokalyptischen Reiter in Personalunion (Fett, Zucker, matschig, kann man warm machen).  Ein Glück, dass ich mittlerweile mit solchen Attacken umgehen kann. Gut, alle Personen im Supermarkt mussten einen grausamen Tod sterben, aber das nennt man Kompensation.

Ok. Scherz.

Letztlich beruht der Appetit in der Lernsituation auf den gleichen Faktoren wie früher während anstrengender Arbeitsphasen (übrigens auch besonders in Situationen, die hohe Konzentration erforderten). Mein Körper will Zucker zur Stressreduktion. Dummerweise reagiert er verhalten auf meine logischen Erklärungsansätze.

Nicht mal mit literweise grünem Tee lässt er sich verarschen täuschen. Ein Glück, dass der Spuk nächsten Montag vorbei ist.

 

 

 

M6a

Blauer Himmel, Sonnenschein, Hafenfest… was steht dieses Wochenende an? Genau, ein zweitägiges Tutorial bzgl. M6a.

Wäre ich nicht „Gastgeberin“, ich weiß nicht, ob mein innerer Schweinehund nicht laut knurren würde. An einem Samstag Morgen um 6:30.

Weil auch das Fernstudium bisweilen Challenges vorsieht, kommt noch eine kleine Hürde hinzu: Der HVV baut an den S-Bahn-Schienen, weshalb ich heute und morgen Ersatzverkehr (Bus) nutzen muss. Mmmmh, Bus mit vielen Leuten wenn es heiß ist. Das mag ich ja besonders. 😦

Andererseits weiß ich genau, dass mir das Tutorial gut tun wird. Der Studienbrief hat mich etwas verwirrt zurück gelassen. Und der dicke Bühner liegt dekorativ in der Gegend rum und wurde bisher nur halbherzig zur Hand genommen. Was aber auch daran liegt, dass dieses Buch gefühlte 10 kg wiegt und man es ganz schlecht mit Komfort verbinden kann. Sprich das Lesen im Liegen auf der Couch ist erschwert.

Wie auch immer. Ich erhoffe mir von heute etwas mehr Klarheit.