Berlin arschkalt und ohne Leiche

Ich war diese Woche ein paar Tage in Berlin. Baalin, wie mein dortiger Kollege zu sagen pflegt. Wieder Mal beruflich unterwegs also, aber ich muss zugeben, dass ich lieber in die Hauptstadt als in den Süden der Republik fahre. Das liegt sicher daran, dass besagter Berliner Kollege mein absoluter Lieblingskollege ist, aber es hat auch damit zu tun, dass ich eine gewisse Zuneigung zu Berlin verspüre. In meinem Umfeld bin ich damit auf weiter Flur allein. Dort kursieren böse Annahmen und Vorurteile der Stadt und besonders den Bewohnern gegenüber. Vielleicht hatte ich bisher einfach Glück, die Berliner Schnauze finde ich jedenfalls charmant. Und ich wurde in Berlin auch immer sehr freundlich behandelt.

Wie auch immer. Meine Reise begann damit, dass die Bahn sie zunächst einmal nicht beginnen lassen wollte und den entsprechenden Zug ausfallen ließ. Aber das war nur die erste Überraschung des Tages.

Als ich dann doch in Berlin ankam, war es arschkalt. Und ich meine ARSCHKALT! Und ich natürlich überhaupt nicht darauf eingestellt. Und so durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben beobachten, dass meine Finger in der Kälte blau wurden! Ich dachte immer, dass sei so eine Groschenroman-Klischee-Metapher: blau gefrorene Hände. Aber, Leute, das gibt es wirklich! Ich hätte gerne ein Foto gemacht, aber ich konnte das Handy nicht bedienen, weil die Finger nicht nur farbig, sondern auch steif waren!

Dass es überhaupt so weit kam, hatte auch damit zu tun, dass ich etwas irrwegig mein Hotel suchte. Friedrichsstraße rauf (oder runter), über die Spree und dann links. Cool. Der dritte Planet von der Sonne aus. So in etwa.

Im Hotel angekommen konnte ich kaum das Anmeldeformular unterzeichnen, die Finger waren nämlich noch nicht aufgetaut. In Anlehnung an meinen Nachnamen sah meine Unterschrift aus wie „Kacke“, geschrieben von einem Erstklässler mit gebrochenen Händen. Wie auch immer, es wurde akzeptiert und ich bekam meine Karte.

Vor dem Zimmer angekommen war ich schon etwas irritiert, dass da ein „Do not disturb“-Schild an der Klinke hing. Mein Karma wieder! Vorausschauend! Ich öffne also die Türe und erlebte die zweite Überraschung. Es bot sich nämlich folgender Anblick: Das Bettzeug war zerknüllt, der Mülleimer überfüllt, am Schreibtisch lagen Papiere. Die Badezimmertür rechts von mir war geöffnet und gebrauchte Handtücher lagen auf dem Boden.

In Bruchteilen von Sekunden schoss mir durch den Kopf:

  • Erster Gedanke: Aaaah, falsches Zimmer! Da wohnt noch einer!
  • Zweiter Gedanke: Verdammt, mein Zimmer ist noch nicht fertig.
  • Dritter Gedanke: Oh Gott, zum Glück habe ich keine Leiche gefunden!

Ich machte mich also auf den Weg zurück zur Rezeption. Im Geiste spielte ich schon Rechtfertigungsdialoge durch. Warum nur fühle ich mich immer schuldig, wenn ich eigentlich sauer sein müsste? Ich kam mir jedenfalls wieder mal so vor, als würde ich Umstände machen (was ich auch tat). Aber im Grunde haben die ja mir Umstände gemacht!

Egal, an der Rezeption erlebte ich meine dritte Überraschung. In Angriffsstimmung mit Schnappatmung erklärte ich, dass mein Zimmer nicht fertig sei.

Eine Sekunde Pause beim Rezeptionisten.

Dann: Kein Problem, Frau Kacke*, wir upgraden Sie als Entschuldigung. Sie bekommen sofort ein größeres Zimmer mit Balkon. Entschuldigen Sie bitte die Unannehmlichkeiten!

Das kam so plötzlich und unerwartet, dass es mir allen Wind aus den Segeln nahm und ich nur zu einem „öhm, danke“ im Stande war. Zusätzlich bekam ich auch noch einen Begleiter, der mir den Koffer trug (bzw. schob, er hat ja Rollen), mir schon im Fahrstuhl von dem neuen Zimmer vorschwärmte und es mir dann aufschloss mit den Worten: „Sie werden gleich sehen, das ist doppelt so groß!“ 

Er wartete meine zustimmende Überraschung ab und ließ mich dann allein. In meinem neuen Zimmer mit Balkon mit Blick auf die Dächer Berlins und die Charité. Letzteres sehr passend, weil ich abends die gleichnamige Serie gucken wollte.

Das tat ich dann auch. Allerdings während ich im 9. Stock in der sogenannten Feel-Good-Area völlig alleine auf dem Laufband joggte.

Deshalb buche ich so gerne Hotels mit Fitness-Bereich. Da ist nie jemand. Nie! Und ich habe Gelegenheit, die Geräte dort auszuprobieren ohne mich zum Affen zu machen. In diesem Hotel war der Raum noch dazu verspiegelt! Das war hervorragend, weil ich so beobachten konnte, wie ich eigentlich laufe!** Und es gab auch Bodenmatten, auf denen ich dann mal Liegestützt und Sit-Ups gemacht habe und dabei mein Spiegelbild unter die Lupe nahm. Sehr hilfreich!***

Ich war übrigens nicht ganz alleine. Ich lief mit Blick auf die Fensterfront. Gegenüber arbeitete ein armer Kerl einsam in einem Konferenzraum. Ich muss zugegen, dass ich ein wenig Schadenfreude empfand.****

*Vielleicht hat er auch meinen richtigen Namen gesagt.
**Wie eine lahme Ente!
***Oh Gott, ich habe immer noch voll die Wampe!
****Aber auch nur, weil es sonst immer umgekehrt ist.

Pressetermin mit Katja

Gestern war ich bei einem Pressetermin mit einem Kunden und mehreren PR-Agentinnen. Zum Abschluss wurde ein Foto gemacht und, mal abgesehen dass ich zwischen den hippen, natürlich perfekt gestylten Marketing-Bussi-Missies wie Tante Minna aus dem Schweinezuchtkombinat „Fröhliches Ferkel“ wirkte, konnte ich mich auf dem Foto ansehen ohne Abscheu zu empfinden. Ein Fortschritt!

Nächste Woche „darf“ ich dann wieder in den Süden der Republik verreisen. Diesmal habe ich das Hotel schon Wochen vorher gebucht, um nicht wieder in einer merkwürdigen Absteige zu landen, deren einziger Vorzug die einigermaßen günstige Lage ist. Mit meinem Händchen für Hotels wird es wahrscheinlich nicht viel besser werden. Dabei habe ich ganz bescheidene Bedürfnisse: Licht, Bett, eventl. Fenster, Badezimmer und Toilette. Und als Goodies obendrauf: ZDF Neo, einigermaßen funktionierendes WLAN und Wasserkocher. Die letzten drei Bedürfnisse wurden noch NIE alle erfüllt, weshalb mir ein Entweder-Oder schon ausreichen würde.

Heute kam dann eine Buchungserinnerung mit allerlei Tipps und Anfahrtsbeschreibung usw. In der Beschreibung zum Hotelzimmer las ich dann überraschend: Einige Zimmer sind mit Dusche ausgestattet. Für einen kurzen Augenblick überlegte ich tatsächlich, ob die anderen gar keine sanitäre Einrichtung haben könnten, bevor ich mich mit „da ist dann bestimmt eine Badewanne drin“ beruhigt habe. Sagen wir so. Ich lasse mich überraschen. Im Zweifel stinke ich halt. Hauptsache, ich sehe gut aus…

Auf’s Fitness-Studio im Hotel muss ich dieses Mal auch verzichten. Ich habe schon überlegt, ob ich meinen hässlichen sportlichen neuen Badeanzug mitnehme und mir ein Schwimmbad suche, damit ich nicht in die Faulheitsfalle gerate. Würde auch das Stinke-Problem lösen! Das Blöde ist nämlich, dass ich mitten in meiner 30-Tage Challenge stecke – heute mit Tag 11 – und eigentlich keine vier Tage aussetzen möchte. Es läuft gerade so gut. Jillian hat in gewisser Weise nämlich doch recht: es wird täglich besser weniger schlimm. Und es scheint auch etwas zu bringen. Jedenfalls fühle ich mich so fit wie lange nicht mehr, meine Beine sehen schlanker aus und meine Bauchmuskeln wachsen und wachsen. Dazu schaffe ich nun sogar echte Liegestütze (wenn auch nur wenige). Ich bin wirklich von ihrem Programm angetan.

Wiegetechnisch bewegt sich leider immer noch nichts. Aber das lehrt mich halt Geduld. Ist eigentlich keine meiner Kernkompetenzen, aber umso besser.

Übrigens sind auch Pressetermine keine meiner Kernkompetenzen. Ich neige zu peinlichen Aussagen, manchmal spreche ich auch Gedanken aus ohne dass mir das so bewusst ist. Einer Person habe ich mal auf die Frage, ob ihr eine bestimmte Frisur stünde, gedankenverloren gesagt, dazu müsse man ein hübsches Gesicht haben. Und als ein anderes Mal eine Mutter mit ihrem Kind eine Arbeitskollegin besuchte, entfuhr mir ein „ist dieses Kind hässlich“. Heute morgen habe ich zwei Personen beim Abschied „Viel Spaß“ gewünscht.

Sie waren unterwegs zu einer Beerdigung.

 

Krank

Jetzt hat es mich auch erwischt. Eigentlich schon letztes Wochenende, aber ich habe alle Symptome gekonnt weg ignoriert. Manchmal hilft das ja. Diesmal hat sich mein Körper leider nicht verarschen lassen. Er und ich – oh Mann, das ist echt so eine Beziehung…

Wie auch immer. Ich habe Maul- und Klauenseuche. Oder Rotz- und Wasser, tödliche Männergrippe, Hirnverschleimung usw. Letzteres ganz besonders. Dank meines chronischen Schnupfens habe ich jedesmal die Freude, Zahnschmerzen im Gehirn zu bekommen (= Stirn- und Nebenhöhlenkacke). Ich bestrahle mich täglich mit Rotlicht, aber dem Schlunz da drin ist das schnuppenwurscht. Egal. Jedenfalls konnte ich diese Woche nicht zuhause bleiben, weil ich auf Arbeit gerade mächtig wichtige Entscheidungen treffen muss(te). Und nächste Woche bin ich auf einer viertägigen Klausurtagung in Mannheim (hurra), meine Zeit für normales Arbeitsgedöhns ist momentan also begrenzt und kann nicht verschludert werden.

Am Dienstag war ich noch so motiviert und habe abends ordentlich Boxtraining gemacht. Manchmal schwitzt man den Mist ja auch einfach weg. Ahahaha (Reaktion meines Körpers). Interessant ist, dass ich via Fitnessuhr die Reaktion meines Körpers gut beobachten kann. Seit Dienstag ist mein durchschnittlicher Ruhepuls von 57 auf 64 gestiegen. Scheint so, als strenge sich der Katjakörper ordentlich an, die Erkältung los zu werden. Das tat mir dann ein bisschen leid, weil ich ihn gar nicht wirklich unterstützt habe.

Aber jetzt doch! Gestern habe ich alles erledigen können und um 16 Uhr konnte ich die Biege machen. Heute bin ich zuhause und versuche mal, den Tag im Liegen zu verbringen. Ich kann das ja gar nicht so gut.

Nächste Woche muss ich fit sein. Ich habe mir extra ein Wellnesshotel mit Fitness-Area gegönnt. Noch dazu in dem Stadtteil, in dem ich mal gewohnt habe. Nicht in Mannheim, sondern in Heidelberg (da sind nur ein paar Kilometer dazwischen, wenn man eine Weile in einer Großstadt lebt, erscheinen einem ein 40 Minuten Weg von A nach B völlig normal). Ein bisschen freue ich mich da drauf. Denn ich habe mir fest vorgenommen, an meiner alten Wohnstatt vorbeizujoggen.

Apropos Joggen: Ganz uneigennützig habe ich meinen Standort für den HSH-Nordbank-Run angemeldet. Und ich werde im September mit einer Kollegin am Muddy Angel Lauf teilnehmen. Da darf man sich dann auch richtig dreckig machen! Wenn das nichts für mich ist! Da bin ich quasi prädestiniert!

Btw. habe ich diese Woche ordentlich Gewicht gelassen, trotzdem ich mir gestern, in Ermangelung von Kochlust, ein armlanges, mit Käse überbackenes Croque von Smileys gegönnt habe. Ich wiege jetzt 77,9 Kilo und bewege mich deutlich in Richtung Normalgewicht. Allerdings mache ich mir keine Illusionen: die Abnahme ist natürlich der Krankheit geschuldet. Also nichts, was mich jetzt zu Jubelarien bewegen könnte. Ich denke, das Gewicht wird die nächste Woche ordentlich schwanken und nicht so schnell weiter nach unten gehen.

 

Run, Katja, run!

Hurra! Ich muss meine Freude eben mal teilen!

Vorneweg. Natürlich habe ich mir Laufschuhe gekauft. AUCH. Von wegen entweder -oder. Das fiese ist nämlich, dass momentan wirklich ÜBERALL Sale angesagt ist und das ist ausgesprochen verführerisch. Doppelt fies, dass mein Arbeitgeber Gehalt und Weihnachtsgeld schon am 15.12. ausgezahlt hat und man sich damit bis Ende Januar begnügen muss. Geld ist also gerade nicht im Überfluss vorhanden.*

Die Laufschuhe sind übrigens pink und glitzern im Dunkeln. So ungefähr genau das, was ich unbedingt nicht haben wollte. Aber egal!

Und heute. Heute sehe ich doch bei Aldi Thermolaufhosen und -jacken. Reduziert auf 9 bzw. 10 Euro. Qualität schien mir in Ordnung (im Vergleich zu Karstadt Sport und Tchibo). Falls jemand mit liest, der sehr viel abgenommen hat: Geht es dir auch so, dass du dich größentechnisch überhaupt nicht einschätzen kannst?

Also für mich war es eine Herausforderung, zumal die Größen in S, M, L eingeteilt und auch noch als Slim-Fit deklariert sind. Das kann ja nun alles bedeuten. Also halte ich skeptisch die Hose in M hoch („mit Größe 42 müsste ich da eigentlich reinpassen“) , Jacke in L („hm, könnte sehr knapp werden“).  Bei Oberteilen habe ich ja das G-Cup-Problem. 44/46 passt normalerweise, aber nach dem Kauf des 44/46-Sport-BH, der meine Brüste unter die Achseln quetscht (was btw lustig aussieht – welche Frau kann schon Achselbrüste für sich deklarieren!), dafür aber so fest sitzt, dass man mit mir Ping-Pong spielen könnte ohne dass etwas wackelt.

Zuhause habe ich nun gleich beides anprobiert (und die rosa Laufschuhe dazu). Und was soll ich sagen. Die Jacke habe ich direkt über meinen Pulli gezogen. Da ist noch Luft! Die Hose hätte ich in S kaufen können. Die muss ich oben mit dem Bändel fixieren, damit sie das Laufen übersteht. Ich bin so happy!

Und auf den Bildern finde ich auch, dass man schon ein bisschen sieht, dass es sich lohnt, das Abnehmen durch Sport zu unterstützen. Ich habe zwar noch ziemlich dicke Oberschenkel und Waden** und natürlich bin ich auch sonst noch gut gepolstert. Aber das wird auch noch verschwinden. Ich bin optimistisch. 🙂

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*Das ist eine billige Ausrede. Geld ist nie, ich betone NIE, im Überfluss vorhanden.
**Die etwas merkwürdige Beinstellung im mittleren Bild ist der besseren Sicht auf die Oberschenkelpolster und Stampfwaden geschuldet!

Von fett zu fit

Seit Weihnachten, ziemlich genau seit Heiligabend, dümpelt mein Gewicht so vor sich hin. Genau am 24.12. zeigte mir die Waage 81,8kg. Darüber habe ich mich natürlich gefreut, denn das waren über 4 kg Verlust seit Ende meines Urlaubs. Doch dann folgte die reinste Berg- und Talfahrt: Hoch, runter, hoch, sehr hoch, wahnsinnig hoch, tiefer Absturz, hoch usw. Bis gestern, da lag das Gewicht dann mal etwas niedriger, und zwar bei 81,5 kg. Hurra, 300 g abgenommen.

Klar, die Feiertage, die Völlerei, kein Wunder, kann man ja noch froh sein..

Aber! Die Wahrheit ist: ich habe gar nicht so rein gehauen. Tatsächlich habe ich mich ziemlich gebremst, bis auf ein paar Plätzchenexzesse (dafür gab es dann aber nur noch ein Abendessen). Alkohol trinke ich nicht, lediglich an Silvester habe ich mir zwei Gläser Champagner gegönnt. Alles, was ich zu mir genommen habe, habe ich getrackt. Zwei Tage kratzte ich am Gesamtumsatz (ca. 2.200 kcal).

Und seit über drei Wochen bin ich mit einem absolutem Hardcore-Sportprogramm dabei. D.h. ich mache beinahe täglich entweder etwas sehr kraftintensives (mit Marc Lauren) oder Cardio (mit Exerbeat oder ZombiesRun), oder beides (Boxtraining mit Gewichtsmanschetten).

Wäre ich ahnungslos, wäre ich jetzt wahrscheinlich am Verzweifeln bzw. hätte bei dem Auf und Ab womöglich das Handtuch geworfen. Ich bin ja nun auch nicht von heute auf morgen total fettlogikfrei geworden. Natürlich spuken da so Gedanken wie „Setpoint“ und „ruinierter Stoffwechsel/Hungerstoffwechsel“ im Kopf herum. Zum Glück spiele ich dieses Spiel schon über ein halbes Jahr. Und zum Glück habe ich nicht nur „Fettlogik überwinden“ gelesen, sondern auch einen Physiker auf dem Klo, der Nadjas Überprüfung der Studienlage noch um weiteren wissenschaftlichen Details ergänzt. Daher war mein Mantra über diese Zeit vor allem folgendes: Um 1 kg zuzunehmen, hätte ich 7000 kcal zusätzlich zum Gesamtumsatz essen müssen . Das klappt schon schwerlich in zwei Tagen, aber von heute auf morgen gar nicht, außer man gönnt sich einen dieser Herzinfarkt-Burger, die in den USA frei verkäuflich sind. Aber selbst dann setzt man kein ganzes Fettkilo zu, weil der Körper mit der Verwertung/Speicherung überfordert ist.

Solange ich mich mit dem Essen bzw. den Kalorien nicht bescheiße verschätze, KANN ich nicht zugenommen haben. Außer ich wäre ein physikalisches Wunder und könnte z.B. Licht verstoffwechseln.

Wassereinlagerungen spielen bei dem Auf und Ab auch eine Rolle und ich wurde in den letzten Monaten oft davon geärgert. Ganz besonders nach intensivem Sport.

Und das ist der Knackpunkt. Die drei Wochen Hardcore-Sport haben bei mir zu der Stagnation auf der Waage geführt, nicht das Essen. Eine Körperanalyse am Samstag hat ergeben, dass ich tatsächlich Muskelmasse aufgebaut habe. Nichts weltbewegendes, aber doch so viel, dass mein Grundumsatz trotz niedrigerem Gewicht 20 kcal höher ausfällt. Mein Körperfettanteil ist zudem mit 34,4% erstmalig unter 35% (wobei die Waage hier nicht so präzise ist wie der Kaliper, was vermutlich damit zu tun hat, dass ich mit einem G-Körbchen bedacht wurde*).

20 kcal sind nicht mal ein Stück Würfelzucker (den ich ohnehin nicht essen würde). Aber das ist ganz egal. Für mich zählt, dass es mir gelungen ist, trotz Diät Muskeln aufzubauen. Und dass es tatsächlich stimmt, dass mehr Muskeln zu einem höheren Grundumsatz führen.

Eine höhere Eiweißzufuhr könnte den Aufbau zudem begünstigt haben. Ich liege aktuell bei mindestens 100 g pro Tag, das entspricht ungefähr 1,2 g pro aktuellem Körpergewicht bzw. 1,6 g pro Normalgewicht und folgt damit den allgemeinen Empfehlungen.

*Die Analysewaage hat ein Handteil und jagt Strom durch den Körper (nicht spürbar natürlich). Bei einem großen Busen kann das Ergebnis verfälscht sein. Der Kaliper liegt bei ca. 32% Körperfett, was in meinem Alter kurioserweise schon als normal gilt.