ES läuft!

Ich bin noch da. Irgendwie. Aber eigentlich bin ich ziemlich viel weg. Das liegt daran, dass mein Arbeitgeber gerade ein richtig, richtig großes Softwareprojekt umsetzt und ich maßgeblich an der Einführung beteiligt bin. So nebenbei bin ich studienortübergreifend nämlich auch im QM tätig.

Übersetzt heißt das, dass ich momentan und bis auf weiteres quasi wöchentlich zwischen Hamburg, Darmstadt, Mannheim und Heidelberg hin- und herpendle. Es heißt leider auch, dass es mir aktuell recht schwer fällt, ein großes Kaloriendefizit zu fahren. Dazu bin ich leider zu sehr Stress-Esser. Und nicht nur das Reisen bzw. das Projekt knappst an meinen Ressourcen, ich schreibe im September auch noch eine Klausur, für die ich Lernen sollte. Ein Glück, dass wir wenigstens gerade in Spanisch ferienbedingt pausieren.

Ich versuche, so gut es geht unter 1800 kcal zu bleiben. Das gelingt mir auch ganz gut soweit. Zusätzlich treibe ich fast jeden Tag Sport. Und ich kann gar nicht aufhören, darauf ein Loblied zu singen!

Ich L I E B E Sport!

Ich sehe die Resultate, ich spüre sie, ich fühle mich fit, ich schlafe trotz Stress gut, ich bin leistungsfähig, ich kann Stress abbauen und selbst wenn ich mich japsend, schweißtriefend und ausgepowert auf das Hotelbett werfe, fühle ich mich mit einem Mal total entspannt und sehr wohl.

Für jede/n Abnehmwillige/n da draußen: Sport hilft!

Besonders stolz bin ich, dass ich am 1.7.2017 tatsächlich mein erstes Rennen gelaufen bin – und wohlbehalten im Ziel ankam, trotz Regenguss! Ich war patschnass!
Auf dem Gruppenfoto habe ich mich erst einmal gar nicht gefunden. Ein Glück, dass ich meine rosa Glitzerschuhe anhatte.

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Auf dem Weg nach Hause – mit einem Umweg über ein Shopping-Center, inzwischen wieder trocken und mit dem blauen Finisher-T-Shirt am Leib, wurde mir mit einem Mal bewusst, was das eigentlich bedeutete. Ich bin bei einem Rennen mit gelaufen! Ich! Frau Ü100! Halt – ich bin ja gar nicht mehr Ü100! Seit über einem Jahr nicht mehr! Ich bin normalgewichtig! Ich trage Größe 36/38! Ich kann wieder schmerzfrei gehen! Ich kann sogar laufen! LAUFEN! ICH!!!

Und dann liefen mir plötzlich die Augen voller Tränen und kullerten an meinen Wangen runter. Auf der Rolltreppe im Shopping-Center stand ich da und heulte. Und als ich zuhause ankam und dem besten Ehemann in die Arme fiel, heulte ich weiter.

Weil ich so unglaublich glücklich war.

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Berlin arschkalt und ohne Leiche

Ich war diese Woche ein paar Tage in Berlin. Baalin, wie mein dortiger Kollege zu sagen pflegt. Wieder Mal beruflich unterwegs also, aber ich muss zugeben, dass ich lieber in die Hauptstadt als in den Süden der Republik fahre. Das liegt sicher daran, dass besagter Berliner Kollege mein absoluter Lieblingskollege ist, aber es hat auch damit zu tun, dass ich eine gewisse Zuneigung zu Berlin verspüre. In meinem Umfeld bin ich damit auf weiter Flur allein. Dort kursieren böse Annahmen und Vorurteile der Stadt und besonders den Bewohnern gegenüber. Vielleicht hatte ich bisher einfach Glück, die Berliner Schnauze finde ich jedenfalls charmant. Und ich wurde in Berlin auch immer sehr freundlich behandelt.

Wie auch immer. Meine Reise begann damit, dass die Bahn sie zunächst einmal nicht beginnen lassen wollte und den entsprechenden Zug ausfallen ließ. Aber das war nur die erste Überraschung des Tages.

Als ich dann doch in Berlin ankam, war es arschkalt. Und ich meine ARSCHKALT! Und ich natürlich überhaupt nicht darauf eingestellt. Und so durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben beobachten, dass meine Finger in der Kälte blau wurden! Ich dachte immer, dass sei so eine Groschenroman-Klischee-Metapher: blau gefrorene Hände. Aber, Leute, das gibt es wirklich! Ich hätte gerne ein Foto gemacht, aber ich konnte das Handy nicht bedienen, weil die Finger nicht nur farbig, sondern auch steif waren!

Dass es überhaupt so weit kam, hatte auch damit zu tun, dass ich etwas irrwegig mein Hotel suchte. Friedrichsstraße rauf (oder runter), über die Spree und dann links. Cool. Der dritte Planet von der Sonne aus. So in etwa.

Im Hotel angekommen konnte ich kaum das Anmeldeformular unterzeichnen, die Finger waren nämlich noch nicht aufgetaut. In Anlehnung an meinen Nachnamen sah meine Unterschrift aus wie „Kacke“, geschrieben von einem Erstklässler mit gebrochenen Händen. Wie auch immer, es wurde akzeptiert und ich bekam meine Karte.

Vor dem Zimmer angekommen war ich schon etwas irritiert, dass da ein „Do not disturb“-Schild an der Klinke hing. Mein Karma wieder! Vorausschauend! Ich öffne also die Türe und erlebte die zweite Überraschung. Es bot sich nämlich folgender Anblick: Das Bettzeug war zerknüllt, der Mülleimer überfüllt, am Schreibtisch lagen Papiere. Die Badezimmertür rechts von mir war geöffnet und gebrauchte Handtücher lagen auf dem Boden.

In Bruchteilen von Sekunden schoss mir durch den Kopf:

  • Erster Gedanke: Aaaah, falsches Zimmer! Da wohnt noch einer!
  • Zweiter Gedanke: Verdammt, mein Zimmer ist noch nicht fertig.
  • Dritter Gedanke: Oh Gott, zum Glück habe ich keine Leiche gefunden!

Ich machte mich also auf den Weg zurück zur Rezeption. Im Geiste spielte ich schon Rechtfertigungsdialoge durch. Warum nur fühle ich mich immer schuldig, wenn ich eigentlich sauer sein müsste? Ich kam mir jedenfalls wieder mal so vor, als würde ich Umstände machen (was ich auch tat). Aber im Grunde haben die ja mir Umstände gemacht!

Egal, an der Rezeption erlebte ich meine dritte Überraschung. In Angriffsstimmung mit Schnappatmung erklärte ich, dass mein Zimmer nicht fertig sei.

Eine Sekunde Pause beim Rezeptionisten.

Dann: Kein Problem, Frau Kacke*, wir upgraden Sie als Entschuldigung. Sie bekommen sofort ein größeres Zimmer mit Balkon. Entschuldigen Sie bitte die Unannehmlichkeiten!

Das kam so plötzlich und unerwartet, dass es mir allen Wind aus den Segeln nahm und ich nur zu einem „öhm, danke“ im Stande war. Zusätzlich bekam ich auch noch einen Begleiter, der mir den Koffer trug (bzw. schob, er hat ja Rollen), mir schon im Fahrstuhl von dem neuen Zimmer vorschwärmte und es mir dann aufschloss mit den Worten: „Sie werden gleich sehen, das ist doppelt so groß!“ 

Er wartete meine zustimmende Überraschung ab und ließ mich dann allein. In meinem neuen Zimmer mit Balkon mit Blick auf die Dächer Berlins und die Charité. Letzteres sehr passend, weil ich abends die gleichnamige Serie gucken wollte.

Das tat ich dann auch. Allerdings während ich im 9. Stock in der sogenannten Feel-Good-Area völlig alleine auf dem Laufband joggte.

Deshalb buche ich so gerne Hotels mit Fitness-Bereich. Da ist nie jemand. Nie! Und ich habe Gelegenheit, die Geräte dort auszuprobieren ohne mich zum Affen zu machen. In diesem Hotel war der Raum noch dazu verspiegelt! Das war hervorragend, weil ich so beobachten konnte, wie ich eigentlich laufe!** Und es gab auch Bodenmatten, auf denen ich dann mal Liegestützt und Sit-Ups gemacht habe und dabei mein Spiegelbild unter die Lupe nahm. Sehr hilfreich!***

Ich war übrigens nicht ganz alleine. Ich lief mit Blick auf die Fensterfront. Gegenüber arbeitete ein armer Kerl einsam in einem Konferenzraum. Ich muss zugegen, dass ich ein wenig Schadenfreude empfand.****

*Vielleicht hat er auch meinen richtigen Namen gesagt.
**Wie eine lahme Ente!
***Oh Gott, ich habe immer noch voll die Wampe!
****Aber auch nur, weil es sonst immer umgekehrt ist.

Krank

Jetzt hat es mich auch erwischt. Eigentlich schon letztes Wochenende, aber ich habe alle Symptome gekonnt weg ignoriert. Manchmal hilft das ja. Diesmal hat sich mein Körper leider nicht verarschen lassen. Er und ich – oh Mann, das ist echt so eine Beziehung…

Wie auch immer. Ich habe Maul- und Klauenseuche. Oder Rotz- und Wasser, tödliche Männergrippe, Hirnverschleimung usw. Letzteres ganz besonders. Dank meines chronischen Schnupfens habe ich jedesmal die Freude, Zahnschmerzen im Gehirn zu bekommen (= Stirn- und Nebenhöhlenkacke). Ich bestrahle mich täglich mit Rotlicht, aber dem Schlunz da drin ist das schnuppenwurscht. Egal. Jedenfalls konnte ich diese Woche nicht zuhause bleiben, weil ich auf Arbeit gerade mächtig wichtige Entscheidungen treffen muss(te). Und nächste Woche bin ich auf einer viertägigen Klausurtagung in Mannheim (hurra), meine Zeit für normales Arbeitsgedöhns ist momentan also begrenzt und kann nicht verschludert werden.

Am Dienstag war ich noch so motiviert und habe abends ordentlich Boxtraining gemacht. Manchmal schwitzt man den Mist ja auch einfach weg. Ahahaha (Reaktion meines Körpers). Interessant ist, dass ich via Fitnessuhr die Reaktion meines Körpers gut beobachten kann. Seit Dienstag ist mein durchschnittlicher Ruhepuls von 57 auf 64 gestiegen. Scheint so, als strenge sich der Katjakörper ordentlich an, die Erkältung los zu werden. Das tat mir dann ein bisschen leid, weil ich ihn gar nicht wirklich unterstützt habe.

Aber jetzt doch! Gestern habe ich alles erledigen können und um 16 Uhr konnte ich die Biege machen. Heute bin ich zuhause und versuche mal, den Tag im Liegen zu verbringen. Ich kann das ja gar nicht so gut.

Nächste Woche muss ich fit sein. Ich habe mir extra ein Wellnesshotel mit Fitness-Area gegönnt. Noch dazu in dem Stadtteil, in dem ich mal gewohnt habe. Nicht in Mannheim, sondern in Heidelberg (da sind nur ein paar Kilometer dazwischen, wenn man eine Weile in einer Großstadt lebt, erscheinen einem ein 40 Minuten Weg von A nach B völlig normal). Ein bisschen freue ich mich da drauf. Denn ich habe mir fest vorgenommen, an meiner alten Wohnstatt vorbeizujoggen.

Apropos Joggen: Ganz uneigennützig habe ich meinen Standort für den HSH-Nordbank-Run angemeldet. Und ich werde im September mit einer Kollegin am Muddy Angel Lauf teilnehmen. Da darf man sich dann auch richtig dreckig machen! Wenn das nichts für mich ist! Da bin ich quasi prädestiniert!

Btw. habe ich diese Woche ordentlich Gewicht gelassen, trotzdem ich mir gestern, in Ermangelung von Kochlust, ein armlanges, mit Käse überbackenes Croque von Smileys gegönnt habe. Ich wiege jetzt 77,9 Kilo und bewege mich deutlich in Richtung Normalgewicht. Allerdings mache ich mir keine Illusionen: die Abnahme ist natürlich der Krankheit geschuldet. Also nichts, was mich jetzt zu Jubelarien bewegen könnte. Ich denke, das Gewicht wird die nächste Woche ordentlich schwanken und nicht so schnell weiter nach unten gehen.

 

Run, Katja, run!

Hurra! Ich muss meine Freude eben mal teilen!

Vorneweg. Natürlich habe ich mir Laufschuhe gekauft. AUCH. Von wegen entweder -oder. Das fiese ist nämlich, dass momentan wirklich ÜBERALL Sale angesagt ist und das ist ausgesprochen verführerisch. Doppelt fies, dass mein Arbeitgeber Gehalt und Weihnachtsgeld schon am 15.12. ausgezahlt hat und man sich damit bis Ende Januar begnügen muss. Geld ist also gerade nicht im Überfluss vorhanden.*

Die Laufschuhe sind übrigens pink und glitzern im Dunkeln. So ungefähr genau das, was ich unbedingt nicht haben wollte. Aber egal!

Und heute. Heute sehe ich doch bei Aldi Thermolaufhosen und -jacken. Reduziert auf 9 bzw. 10 Euro. Qualität schien mir in Ordnung (im Vergleich zu Karstadt Sport und Tchibo). Falls jemand mit liest, der sehr viel abgenommen hat: Geht es dir auch so, dass du dich größentechnisch überhaupt nicht einschätzen kannst?

Also für mich war es eine Herausforderung, zumal die Größen in S, M, L eingeteilt und auch noch als Slim-Fit deklariert sind. Das kann ja nun alles bedeuten. Also halte ich skeptisch die Hose in M hoch („mit Größe 42 müsste ich da eigentlich reinpassen“) , Jacke in L („hm, könnte sehr knapp werden“).  Bei Oberteilen habe ich ja das G-Cup-Problem. 44/46 passt normalerweise, aber nach dem Kauf des 44/46-Sport-BH, der meine Brüste unter die Achseln quetscht (was btw lustig aussieht – welche Frau kann schon Achselbrüste für sich deklarieren!), dafür aber so fest sitzt, dass man mit mir Ping-Pong spielen könnte ohne dass etwas wackelt.

Zuhause habe ich nun gleich beides anprobiert (und die rosa Laufschuhe dazu). Und was soll ich sagen. Die Jacke habe ich direkt über meinen Pulli gezogen. Da ist noch Luft! Die Hose hätte ich in S kaufen können. Die muss ich oben mit dem Bändel fixieren, damit sie das Laufen übersteht. Ich bin so happy!

Und auf den Bildern finde ich auch, dass man schon ein bisschen sieht, dass es sich lohnt, das Abnehmen durch Sport zu unterstützen. Ich habe zwar noch ziemlich dicke Oberschenkel und Waden** und natürlich bin ich auch sonst noch gut gepolstert. Aber das wird auch noch verschwinden. Ich bin optimistisch. 🙂

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*Das ist eine billige Ausrede. Geld ist nie, ich betone NIE, im Überfluss vorhanden.
**Die etwas merkwürdige Beinstellung im mittleren Bild ist der besseren Sicht auf die Oberschenkelpolster und Stampfwaden geschuldet!

Scharfe Zombies in Glitzerschuhen

Ich stehe vor einer wichtigen Entscheidung. Wahnsinnig gerne möchte ich „richtig“ mit dem Laufen anfangen. Aktuell wogge/walke -auf deutsch: schlaufe*  ich eher so und auch ganz unregelmäßig. Die Dunkelheit nervt mich dabei am meisten, denn wenn ich mal Zeit habe ist es entweder unmenschlich früh oder spät und zappenduster ist es sowieso. Ich laufe nicht so gern im Dunklen. Jetzt bin ich eigentlich kein unglaublich ängstlicher Mensch. Aber meine bevorzugte Lauf-App ist ZombiesRun und wie der Name schon sagt: Da tauchen Zombies auf und du solltest vor denen besser davonlaufen.

Das Tückische dabei ist allerdings, dass diese App wie ein Hörbuch oder ein Podcast funktioniert. Man hört also eine sehr spannende Geschichte, deren Hauptperson man ist und bewegt sich dazu. Das muss auch nicht zwingend Laufen sein. Gehen ist auch ok. Man muss dann halt nur ein bisschen schneller gehen, wenn die Zombiehorde auftaucht (hört man durch Ächzstöhnen und einer Ansage „sind nur 100 m hinter dir…“, so ungefähr, die App ist auf Englisch). Alternativ kann man die Zombies aber auch ablenken (mit zuvor gefundenen Items). Dann kann man weiter schlendern.

Nach mehreren Läufen unter verschiedenen Bedingungen bin ich zu zwei Erkenntnissen gekommen.

  1. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn man ZombiesRun in einer großen Shopping Mall an einem Samstag Morgen, bevorzugt vor Weihnachten, „spielt“. Allerdings nur im Nachhinein! Man selbst wirkt in der nicht gerade kleinen Menschenmenge zunächst etwas paranoid. Die wogende Masse skurriler Personen scheint nämlich perfekt zu den Hust- und Würgtönen zu passen, die einem die App in die Ohren dröhnt, um ultimative Spannung aufzubauen. Man fühlt sich von (unfreiwilligen) Laienzombies geradezu belagert! Die Situation kann einem dann aber leicht aus den verkrampften Händen gleiten, wenn man z.B. bei Thalia instinktiv dem Hintermann in der Kassenschlange ein harmloses Buch („Das Seelenleben der Tiere“) aus der Hand schlägt, weil man das Gefühl hat, der ächzt einem gerade klassische Zombielaute ins Ohr. Null Verständnis übrigens bei den Umstehenden. Die Situation verbessert sich auch nicht durch ein gestammeltes: „Sorry, ich dachte, Sie sind ein Zombie.“
  2. Nur unwesentlich weniger unheimlich ist es übrigens, ZombiesRun in der Dunkelheit in einem unbelebten Stadtteil oder direkt irgendwo in der Natur zu spielen. Wer da mental wieder heil rauskommt, darf sich über seine psychische Stabilität freuen. Wer sich am Ende der Nacht wild grunzend mit einem aus der eigenen Unterwäsche gedrehtem ramboähnlichem Bandana, mit Wildbrombeersaft bemalten Kriegerstreifen auf den Wangen und  einem Speer aus Haselstrauchholz wieder in seiner Hood einfindet, kann zumindest seinen Ruf als exzentrischer Misanthrop behaupten.

Nun möchte ich wenigstens richtige Laufschuhe tragen, wenn ich meine Umwelt nachhaltig verstöre. Aber ich möchte möglichst keine Sahnehäubchen auf die „guck mal, da läuft die moppelige Zombietante“ setzen, in dem ich mir pinke und glizernd-blinkende Laufschuhe zulege. Was nicht so einfach ist, wenn ich mir das Angebot für „Damen“ in den diversen Sportschuhgeschäften so angucke.

Alternativ brauche ich aber eigentlich viel dringender eine Brille. Immerhin könnte eine anständige und moderne Sehhilfe die Angriffe auf meine Mitmenschen womöglich verhindern oder minimieren. Der eine oder andere sieht durch eine funktionsfähige Brille vielleicht nicht mehr so zombiemäßig aus**.

Ich bin weitsichtig. Alles was näher als ein Meter ist, wird nur vage wahrgenommen. Mit meiner jetzigen Brille kann ich noch recht gut lesen – wenn ich das Buch (Großdruck für Senioren) auf 50 cm Abstand halte. Die Idee meines geliebten Mannes, mir statt Brille einen Selfie-Stick zu holen, um dann auch mal alles aus meinem E-Book-Reader herauszuholen, ist zwar charmant (siehe obige Rufoptimierung), aber leider wenig praktikabel (ich denke z.B. ans morgendliche S-Bahn-Fahren).

Meine jetzige Brille ist ein Fielmann-Kassenmodell. Ja, Kassenmodell. Das gab es vor 20 Jahren noch! Quasi meine Kinderbrille!

Ach, wie auch immer. Welche Investition soll ich denn nun zuerst tätigen: Eine für den Durchblick oder eine zum Durchstarten? Will ich die Welt lieber klar sehen oder einfach vor ihr davonlaufen?

Schwere Entscheidung.

*Kofferwort aus Schlendern und Laufen
**Der Schuss könnte natürlich auch nach hinten losgehen.