Stress und Rumba Zumba

Aktuell habe ich beruflich recht viel am Hut und komme zu fast nichts mehr. Das führt so weit, dass ich meine Modulklausur im März abgesagt habe, weil ich es unmöglich schaffen werde, mir den Lernstoff anzueignen. Im Grunde ist das nicht tragisch, da mein Fernstudium keinen anderen Zweck als ein Hobby erfüllt, also freiwillig und rein aus Interesse am Inhalt von mir gepflegt wird.

Das Modul (Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie) mag ich aber auch nicht besonders, weil ich es bekloppt finde, eine menschliche Persönlichkeit auf ein paar Faktoren runterzubrechen. Schlimmer noch, ich bin total versaut seit ich das Modul Testkonstruktion (also Statistik 2) abgeschlossen habe. Seitdem glaube ich einfach an gar nichts mehr. Keine Studie, keine Erhebung, nichts. Es ist vermutlich kein Zufall, dass eben dieses Modul und der Beginn der Abnahme auf Initialzündung von Fettlogik überwinden zusammenfielen.

Die Psychos sind übrigens recht gute Statistiker. Bessere als Mediziner jedenfalls. Das liegt unter anderem daran, dass es wohl kaum einen anderen Studiengang, kein anderes Forschungsgebiet gibt, dass so sehr bemüht ist, sich für sein Dasein zu rechtfertigen. Das ganze erste Semester bestand gefühlt daraus, zu erklären, dass Psychologie ganz echt eine Wissenschaft, nein, eine EMPIRISCHE Wissenschaft ist. Um das zu untermauern, geht überhaupt nichts ohne Statistik! Statistik ist die Gottheit der Psychologie!

Nicht falsch verstehen. Ich liebe gerade das an der Psychologie. Ich mag Zahlen, ich mag Statistik. Daumen hoch für die Empirie und so.
Aber wenn ich mal die Zeit habe, darüber nachzudenken, dann lande ich immer wieder bei Paul Feyerabend und seinem anything goes. Und mit jeder Idee, jedem Gedankenfunken löst sich alle Empirie, alle Wissenschaft in einer Rauchwolke eines nicht gerauchten Joints auf.

Anything goes auch bei meinem neuen Wii-Spiel „Zumba“. Da ist nämlich einfach nur Bewegen angesagt. Ich habe mir das Spiel als Ausgleich zum momentanen Stress gekauft und finde es ganz witzig. Man (also ich) tanzt wie ein untalentiertes Nilpferd zu schrecklicher Latin-Music. Das sieht wahrscheinlich noch schlimmer aus, als ich mir das so vorstelle, macht aber trotzdem oder deswegen ziemlich Spaß. Man schwitzt ganz gut dabei, aber eine wahre Herausforderung ist es nicht (mehr).

 

 

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Alice hinter den Spiegeln

Gestern beim Zappen blieb ich bei einem Beitrag hängen, der das Thema „Glas“ und seine Bedeutung für die Wissenschaft behandelte. Neben all den tollen Eigenschaften wurde auch erklärt, dass die Erfindung des transparenten Glases die Entwicklung richtiger Spiegel möglich gemacht hat.

Ich habe nach der Sendung eine Weile darüber nachgedacht, wie sehr Spiegel unseren Blick auf uns selbst verändert haben. Wie war das Leben, bevor man sein eigenes Abbild wirklich gut und klar sehen konnte? Hat das Spiegelbild Einfluss auf die ICH-Entwicklung?

Bei der Gelegenheit fiel mir ein, dass ich schon seit Kindertagen oft träume, in den Spiegel zu sehen und mir blickt ein völlig fremder Mensch entgegen, den ich aber als ICH wahrnehme. Manchmal bin ich ein Kind, ein Mann, oft eine Frau. Mal habe ich rote Locke, mal kurze Haare, mal bin ich ganz dünn, mal dick. Aber immer fühle ich mich als ICH.

Im realen Leben dagegen geht es mir momentan ganz anders. Als dicker Mensch habe ich jeden Spiegel gemieden, um mein Abbild nicht ansehen zu müssen. Ab und an meinte jemand mich fotografieren zu müssen. Meist warf ich dann nur einen kurzen Blick auf das Bild in der Hoffnung, mich nicht wahrzunehmen. Und dennoch habe ich mich stark über mein Äußeres identifiziert. Der tägliche Blick zumindest in mein Gesicht war nicht zu vermeiden.

Jetzt erkenne ich mich oft selbst nicht mehr, wenn ich einen Raum betrete und mich direkt im Spiegel sehe, z.B. im Fahrstuhl oder auf öffentlichen Toiletten. Ich habe mich äußerlich wirklich sehr verändert, bei 26 kg Gewichtsverlust ist das auch nicht verwunderlich. Das allein ist es aber nicht. Es kommt hinzu, dass ich mich schnell verändert habe. Wenn mich mein Blick nur streift, frage ich mich manchmal, wer das ist. Bin ich das? Ich sehe so anders aus. Anders als im Traum finde ich beim Blick in den Spiegel nicht zu mir.

Es fühlt sich ganz so an, als käme mein ICH der Abnahme nicht hinterher.

Der Spiegel beeinflusst sicherlich die Wahrnehmung meiner Selbst und vermutlich auch, wie ich mich anderen gegenüber zeige und verhalte. Vielleicht beeinflusst er über diese Selbstwahrnehmung aber auch mein ICH? *

Ich bin neugierig, ob ICH mich verändere. Ob ich MICH irgendwann wieder erkenne. Wann ICH bei MIR ankomme.

Das ist eine neue, philosophisch-psychische Facette meines Abnahme-Experiments, mit der ich so nicht gerechnet habe.

*Ein Herr namens Mead hat darüber viel geschrieben. In seinem Kommunikationsmodell nannte er die Komponenten auch so treffend: I, ME, SELF.

Dünnsack!

Heute ist es mir dann auch passiert. Es muss an der Kleidung liegen (Zigarettenhose und Blazer), da ich gleich von mehreren Seiten auf mein Aussehen angesprochen wurde. Oder an den 3 Tagen, in denen ich anscheinend optisch 10 kg verloren habe (leider nicht real).

„Du bist ja nur noch Haut und Knochen!“
Ich wiege auf 172 cm ca. 93 kg und bestehe fast zur Hälfte aus Fett.

„Nicht dass du so ein Magermodel wirst!“
Nochmal, ich wiege ca. 93 kg und bin laut BMI noch im adipösen (also krankhaften) Bereich. Ich wäre schon froh, wäre ich „nur“ übergewichtig.

„Jetzt ist aber mal gut, du musst ja nicht von einem Extrem ins andere fallen!“
Naja, dann doch lieber das Extrem „93kg-Magermodell“, als die diabetes- und herzkrankgefährdete Fettsüchtlerin.

Ich frage mich natürlich, was da kommen wird, wenn ich weiter abnehme. Ich habe ja noch nicht einmal Bergfest, d.h. über 25 kg will ich noch verlieren. Ich gehe tatsächlich davon aus, dass man mir irgendwann sagen wird, ich sei zu dünn. Ich werde mich dann über den BMI/das Gewicht rechtfertigen müssen. Die Wahrnehmung hat sich ja tatsächlich verschoben, übergewichtig gilt heute eher als normal als das noch vor 25 Jahren der Fall war.

Aber ehrlich gesagt ist mir das ziemlich wumpe.

In der Facebookgruppe zum Buch „Fettlogik überwinden“ ist die Empörung meist groß, wenn Aussagen wie obige an einen herangetragen werden. Oft weht ein Sturm der Entrüstung durch die Timeline über das vermeintlich überall auszumachende „Skinny-Shaming“ (ich weiß nicht, ob es so heißt, ich nenne es jetzt mal so, ansonsten geht auch Body Shaming, ist aber nicht das Gleiche). Gleichzeitig wird aber,  „nur aus Gesundheitsgründen“, gerne mal „Fat-Shaming“ betrieben. Nur nicht so direkt. Wird in den Medien z.B. eine mollige oder dicke Person als Role-Model gehypt, reiht sich Kommentar an Kommentar, wie schrecklich das doch sei und welch falsche Richtung die Fat-Acceptance Bewegung einschlüge. „Ich habe ja nichts gegen Dicke, bin ja selbst noch übergewichtig, aaaber…“

Es könnte einem doch völlig egal sein? Könnte man doch drüber stehen, wenn man es geschafft hat, sich zu verschlanken, statt das gleiche Verhalten an den Tag zu legen, dass einen selbst stets genervt hat, als man noch dick war.

Aber ich glaube, dahinter steckt eine Art der Motivationsfindung, ähnlich wie bei der Nikotinentwöhnung. Da zeigt man dann auch mal gerne mit dem Finger auf die Raucher und erklärt altklug, wie gefährlich diese Such doch sei, um sich im eigenen Vorhaben zu bestätigen.

Vielleicht schwingt bei dem einen oder der anderen auch Bedauern mit: „Jetzt mache ich alles richtig und nehme ab, um kein geshamtes Moppelchen mehr zu sein und dann werden die Moppelchen plötzlich akzeptiert.  Wofür habe ich mich denn dann so gequält? Wo bleibt mein Applaus?“ Statt dessen hagelt es – schon wieder – Kritik. Schon bitter sowas.  Aber auch ein bisschen cool. Endlich mal ge-skinny-shamed zu werden, bauchpinselt doch auch ein wenig?

Persönlich glaube ich nämlich, dass Skinny- und Fat-Shaming unterschiedlich konnotiert sind. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an meine sehr dünne Schwester. Und an die fürsorglichen und wohlwollenden Worte meiner Mutter*: „Kind, iss doch mal was.“ „Kein Wunder, dass Du frierst, so dünn wie Du bist.“ „Klar bist Du müde. Wenn man so schlank ist, ist der Blutdruck ganz niedrig, das ist normal.“

Ich dagegen, kräftig gebaut (nicht dick), hörte weniger fürsorgliche, sondern eher abwertende und manchmal sogar angeekelte Worte. Als Kind merkt man schnell, wenn man nicht als „normal“ empfunden wird.

Ich gehörte für meine Mutter in die Kategorie der „Weiber“, sollte wallende Gewänder tragen (und musste das auch) und alles was verspielt oder zierlich war, war schon per se nichts für mich. Als ich mit 8 Jahren wie meine Schwester reiten anfangen wollte, verbot es mir meine Mutter: „Deine Schwester kann sich ja noch abfangen, wenn sie vom Pferd fällt, aber Du…“ Wohlgemerkt war ich die sportliche, meine Schwester eher ungelenk. Mit 9 musste ich durch die erste Diät. Es folgten viele weitere. Mit 19 Jahren und 67 kg (BMI 22,6 = mittleres Normalgewicht) fühlte ich mich fett wie ein Wal. Heute wäre ich froh, ein solcher Wal zu sein…

Wann immer es zum Vergleich dünn/dick kam, schnitt dick schlechter ab. Die Äußerungen dazu waren durchweg abwertend. Zu dünn/mager dagegen wurde auch verurteilt, aber es schwang immer ein wenig Neid, Mitleid und sogar Anerkennung mit. Am Dünnsein waren äußere Faktoren beteiligt, am Dicksein war man selbst schuld. Oder anders gesagt, wenn jemand als zu mager bewertet wurde, war es eher als Kompliment zu verstehen. Auch heute ist das noch so, wenn über dünne Kolleginnen gesprochen wird.

Ich bin daher sehr tiefenentspannt, wenn man mir unterstellt, ich bestünde nur noch aus Haut und Knochen (aktuell ja doch eher sehr fette Haut). Selbst wenn man mich als zu dünn empfinden würde, wäre es mir ganz gleich. Ich weiß ja, dass Neid der wesentliche Motor solcher Äußerungen ist.

Von mir aus kann man sich hinter meinem Rücken darüber auslassen, ob ich nun in eine Magersucht rutsche (sehr wahrscheinlich mit 93 kg). Man kann das auch offen äußern, wenn man nicht hinter dem Berg halten kann. Bestenfalls halte ich denjenigen nur für ziemlich bekloppt. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es mich verletzen würde, keinesfalls so wie die zahlreichen Beleidigungen, die ich als dicker Mensch zu ertragen hatte/habe. Aber ich erwarte auch nicht, dass ich z.B. als schlanke Sau beschimpft werde. Oder als Dünnsack, Magere Kuh? Ich glaube, ich müsste lachen. Bei „fetter Sau“ war mir doch eher zum Weinen.

Ganz zum Schluss wäre es doch einfach nur wunderbar, wenn man Menschen – ob dick, dünn oder normalgewichtig, einfach nur akzeptieren würde, wie sie sind.

*Meine Mutter ist mittlerweile geläutert. Ein allzu enges Verhältnis haben wir aber bis heute nicht.

Läuft. Rückwärts und bergab.

Irgendwie habe ich heute etwas ins Rollen gebracht und damit eine Kette unglücklicher Ereignisse ausgelöst. Dabei war ich hochgradig motiviert und habe auch brav angefangen zu lernen, nur allzu weit bin ich nicht gekommen.

Solche Tage gibt es ja bisweilen. Der bisher schlimmste hat dazu geführt, dass ich – ich erläutere jetzt nichts näheres – die Duschkabine reinigen wollte, dabei versehentlich an die Armatur gekommen bin und plötzlich erleben durfte, wie es sich anfühlt, voll angezogen mit eiskaltem Wasser übergossen zu werden.

Heute wurde ich wenigstens nicht nass.

Zum Lernen lege ich mir grundsätzlich online Karteikarten an. Das habe ich auch diesmal gemacht und alles hat fein funktioniert, bis ich auf die Idee kam, mein Laptop vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer zu tragen.

Dort angekommen kann ich meine Karteikarten nicht mehr aufrufen, weil ich plötzlich nicht mehr online bin. Gut, das kommt vor.

So aber noch nie. Also entweder bin ich beim Tragen auf die ultrageheime Tastenkombination zum Sperren des WLANs (für alle Zeiten) gekommen oder mein Frust und Stress haben sich elektrisch entladen und den WLAN-Adapter zerschossen. Was auch immer, alle Versuche, dieses sch* WLAN bei mir wieder zum Laufen zu bringen, waren erfolglos. Irgendwie zeigt mir das Laptop nur noch den Flugzeugmodus an.

Verdammt Axt, du blödes Ding, ich zeig dir liebend gerne, wie sich der Flugmodus anfühlt!!!

Ich reagiere schnell zornig und panisch, wenn ich aus dem Zeitplan falle. Und nachdem der beste Mann und ich (wenig hilfreich) eine Stunde mit der Suche nach dem unsichtbaren Netz verbrachte haben, kroch ein wenig die Angst in mir hoch. Eine Lösung muss also her.

Ein Glück, ich habe auch ein Tablet. Das hatte ich nur eine Weile nicht mehr in Benutzung, weshalb es beim Öffnen anfing, 36 (sechsundreißig) Apps zu aktualisieren.

Des Wartens überdrüssig kam mir in den Sinn, mein altes Netbook zu suchen. Denn im Grunde muss ich ja nur online sein. Alles andere ist egal. Das Netbook war schnell gefunden, nur das Netzkabel nicht. Natürlich nicht. Wäre auch zu einfach gewesen.

Warum nur, denke ich, passiert so etwas vor einem Wochenende und kurz vor einer Klausur. Ich bin jetzt sehr, sehr angespannt…

In diesem Moment meldet sich meine Uhr. Ja, meine Uhr spricht mit mir. Ich gucke also auf mein Handy, um mir die Botschaft in voller Länge anzeigen zu lassen.

„Dein Freitag läuft nicht so gut.“

Das ist der Moment, in dem ich mich frage, ob es eine geheime Welt der technischen Geräte gibt und die sich untereinander austauschen, um uns Anwenderdeppen zu verhöhnen. Aber die Uhr bezieht sich natürlich auf mein Bewegungsmuster. Und da hat sie schon recht. Läuft nicht. Wie auch, wenn man den ganzen Tag nur rumsitzt.

Wütend stampfe ich auf und gehe in die Küche. Ich will  mir aus Trotz Eiweißriegel zubereiten. Das Rezept habe ich im Netz gefunden und irgendwie könnte ich jetzt ein Leckerli vertragen. Ich mische die Zutaten zusammen und verknete sie. Das Ergebnis ist ein großer brauner Gummiball statt sechs kleiner zartschmelzender Schokoriegel. Ich bin nicht wirklich überrascht.

Dafür bekomme ich das Internet-Problem aber doch noch gelöst. Aus den tiefsten Tiefen krame ich ein uraltes Laptop hervor und werfe es an. Nach dem unerwartet schnellen Hochfahren ist sofort eine WLAN-Verbindung da. Ich kann wieder lernen! Hurra!

Kurz nach der ersten Karteikarte poppt eine Meldung auf, die mir erklärt, dass Windows XP seit April 2014 nicht mehr unterstützt wird. O Gott ist mir das egal! Ich strecke meinem nicht-funktionierenden Flugzeug-Laptop die Zunge raus.

Meine Uhr vibriert. Im Display steht: „Bist du irgendwie sauer auf mich? Hatte heute so das Gefühl.“

Für einen kurzen Moment zweifle ich an meinem Verstand. Dann sehe ich, dass es eine Whatsapp-Nachricht ist, die offensichtlich nicht für mich bestimmt war.

Oder vielleicht doch. Wer weiß…

 

 

 

 

 

Matrix reloaded

Ich schulde „der Welt“ noch meinen Zwischenbericht #7. Aktuell schaffe ich aber nicht, die Daten zusammenzusammeln. Das liegt daran, dass ich in der heißen Phase der Klausurvorbereitung bin.

Dazu habe ich mir diese Woche Urlaub genommen, denn nächsten Montag schreibe ich M6a. Und dieses Modul macht mich platt, weil es nur um statistische Modelle zur Testkonstruktion geht. Ehrlich, ich kann das Wort MATRIX nicht mehr hören. Ich hasse Cronbach, Bravais, Pearson, Scree, Guttman, Kendall und Konsorten. Und griechische Buchstaben machen mich momentan höchst aggressiv.

Wenn ich dieses ätzende Modul bestehe, verbleibt vor allem eine Erkenntnis: Tests sind im Großen und Ganzen subjektive Konstrukte, die mit statistischer Kosmetik aufgepeppt werden. Ich traue jedenfalls keinem Test mehr, auch nicht den gängigen. Jetzt, wo ich weiß, wie die entstehen. Ne.

Schlimm, dass gerade im beruflichen Auswahlverfahren häufig Persönlichkeitstests zum Einsatz kommen. Das entbindet einen natürlich von der Verantwortung, wenn man bei der Personalauswahl mal daneben gegriffen hat. War ja der Test. Hätte ja keiner ahnen können, dass Person xy ein Arschloch ist, obwohl er eine so hohe Punktzahl in Extraversion und Verträglichkeit (oder was auch immer) hatte.

Gesunder Menschenverstand bei der Auswahl ist halt nicht mehr gefragt und Risiko ist auch out, weil das kostet ja im Zweifel Geld. Und alles was einen Arbeitgeber zusätzliches Geld kostet ist ultra böse.

Das ständige Beschäftigen mit Statistik im Allgemeinen und Besonderen führt übrigens dazu, dass ich permanent Lust auf Schokolade habe. Beim Shoppen heute Abend war ich für einen Moment in Versuchung, mir dicke fette Schoko-Croissants zu kaufen. Also quasi alle vier apokalyptischen Reiter in Personalunion (Fett, Zucker, matschig, kann man warm machen).  Ein Glück, dass ich mittlerweile mit solchen Attacken umgehen kann. Gut, alle Personen im Supermarkt mussten einen grausamen Tod sterben, aber das nennt man Kompensation.

Ok. Scherz.

Letztlich beruht der Appetit in der Lernsituation auf den gleichen Faktoren wie früher während anstrengender Arbeitsphasen (übrigens auch besonders in Situationen, die hohe Konzentration erforderten). Mein Körper will Zucker zur Stressreduktion. Dummerweise reagiert er verhalten auf meine logischen Erklärungsansätze.

Nicht mal mit literweise grünem Tee lässt er sich verarschen täuschen. Ein Glück, dass der Spuk nächsten Montag vorbei ist.